<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Bloghaus-MS &#187; Dorners Kolumne</title>
	<atom:link href="http://www.bloghaus-ms.de/category/kolumne/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.bloghaus-ms.de</link>
	<description>Leben mit Multipler Sklerose. Das Blog.</description>
	<lastBuildDate>Mon, 23 Jan 2012 08:48:24 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Die letzte</title>
		<link>http://www.bloghaus-ms.de/2011/12/die-letzte/</link>
		<comments>http://www.bloghaus-ms.de/2011/12/die-letzte/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 08:30:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Dorner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dorners Kolumne]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bloghaus-ms.de/?p=2517</guid>
		<description><![CDATA[Liebe Leserinnen, liebe Leser, dies ist jetzt meine 62. Kolumne in diesem Forum. Man glaubt es kaum, da denken andere langsam an Rente. – Und ehrlicherweise, das habe auch ich getan. Deshalb ist es nun auch erstmal meine letzte. Zweiundsechzig Mal, wahrscheinlich sogar noch ein bisschen öfter (wenn es beim ersten Anlauf so gar nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Leserinnen, liebe Leser,</p>
<p>dies ist jetzt meine 62. Kolumne in diesem Forum. Man glaubt es kaum, da denken andere langsam an Rente. – Und ehrlicherweise, das habe auch ich getan. Deshalb ist es nun auch erstmal meine letzte. Zweiundsechzig Mal, wahrscheinlich sogar noch ein bisschen öfter (wenn es beim ersten Anlauf so gar nicht gelang), habe ich mich hingesetzt, eine neue Datei begonnen und in Streiflichtern versucht einzufangen, wie sich das Leben mit dem Dämon MS so anfühlt. Und so ganz werden Sie mich nicht los. Es ist nur Zeit, etwas Neues zu beginnen, mit Ihnen, im neuen Jahr dann!</p>
<p>Da sich dieses nun dem Ende zuneigt, ist es aber erstmal an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Mehr als zwei Jahre ist also es her, dass ich hier zum ersten Mal etwas geschrieben habe. Kurz bevor es mich zum ersten Mal in die Spezialklinik verschlagen hat. Zwei Jahre volle Auf und Abs, das Gehen habe ich in den zwei Jahren verlernt und dafür das Rollstuhlfahren erlernt. Ein Buch fertig und eines ganz geschrieben &#8230; Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass eine erfahrene Krankheitsgenossin einmal zu mir sagte: „Heben Sie sich ruhig etwas für später auf, Sie müssen ja nicht alles auf einmal ausprobieren, Sie haben ja noch Ihr ganzes Leben lang Zeit.“ – Das ist es vielleicht, was meine Lektion in diesen Jahren war: Gelassenheit zu erwerben, langmütiger zu werden.</p>
<p>Aber am meisten gefreut haben mich die ganze Zeit über die Rückmeldungen von Lesern. Per Mail, aber auch mündlich. Es tut doch immer gut zu spüren, dass man eine Gemeinschaft bildet, und die zwischen Schriftsteller und Lesern ist doch fast die Schönste.</p>
<p>Ich danke Ihnen also an dieser Stelle für Ihre Geduld, Ihr Interesse und dafür, dass Sie bereit waren – vielleicht nicht immer – sich in dem Spiegel dieser Texte wiederzuerkennen. Eine schöne Weihnachtszeit Ihnen und einen guten Jahreswechsel, &#8211; und dann: auf ein Neues! Ihr</p>
<p>maximilian dorner</p>
<p><a href="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/12/Bild02_2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2518" src="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/12/Bild02_2.jpg" alt="" width="490" height="185" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bloghaus-ms.de/2011/12/die-letzte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Anekdote</title>
		<link>http://www.bloghaus-ms.de/2011/11/anekdote/</link>
		<comments>http://www.bloghaus-ms.de/2011/11/anekdote/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 20:59:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Dorner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dorners Kolumne]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bloghaus-ms.de/?p=2503</guid>
		<description><![CDATA[Es ist schon ein paar Jahre her, da stand ich einmal frühmorgens mit einer leicht tüddeligen Krankheitsgenossin in der Küche eines Bauernhofes. Anke ist genauso versehrt wie ich. Auch wenn es sich bei ihr anders zeigt. Bei jedem Wetterumschwung muss sie um ihr Gleichgewicht fürchten. Sie und ich spülten also einträchtig schweigend ab: dutzende Gläser, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon ein paar Jahre her, da stand ich einmal frühmorgens mit einer leicht tüddeligen Krankheitsgenossin in der Küche eines Bauernhofes. Anke ist genauso versehrt wie ich. Auch wenn es sich bei ihr anders zeigt. Bei jedem Wetterumschwung muss sie um ihr Gleichgewicht fürchten. Sie und ich spülten also einträchtig schweigend ab: dutzende Gläser, Aschenbecher, Pastageschirr für eine ganze Kompanie, alle Kinder mitgezählt neun Personen. Nur wir beide waren schon wach, weil wir am Vorabend so schnell ermattet gewesen waren, schwummrig und neblig im Kopf, aber nicht vom Alkohol und obwohl wir bis auf Apfelsaftschorle nichts getrunken hatten. Die anderen schliefen noch ihren Rausch aus. Bis auf einen Fünfzehnjährigen, den Freund von Ankes Tochter. Auch er hatte sich früh zurückgezogen, weil ihm die Erwachsenen auf die Nerven gegangen waren. Schlaftrunken wankte er in die Küche. An die Wand gelehnt sah er sich das Torkeln und Festhalten von uns Beiden eine Zeitlang an und sagte dann trocken:</p>
<p>„Also wenn ich ihr wäre, würd ich mich umbringen.“</p>
<p>Natürlich lachten wir damals. Fanden die kindlich-ungestüme Direktheit entwaffnend. Auch weil wir ihm keine Sekunde glaubten, dass er es wirklich tun würde, an unserer Stelle. Aber dennoch verfolgt mich der Satz seitdem. – Vielleicht ist es eine gar nicht so schlechte Idee, den Spieß einmal umzudrehen: Was würde ich als pickelgesichtiger Fünfzehnjähriger heute tun: wenn sich der erste Liebesschmerz abzeichnet &#8230; wenn man sich gerade von seinen Eltern wieder einmal überhaupt nicht verstanden fühlt &#8230; wenn das Scheiß-Latein einem den letzten Nerv raubt?  Nun, ich würde mich wahrscheinlich nicht umbringen, sondern bis aufs Äußerste gespannt den 18. Geburtstag herbeisehnen, den Tag, der mir dann hoffentlich die Freiheit bringt. Und auf den lebe ich auch so hin, auch torkelnd und um mein Gleichgewicht besorgt.</p>
<p><a href="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/11/Bild18_11.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2504" src="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/11/Bild18_11.jpg" alt="" width="490" height="179" /></a></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Die nächste Kolumne von Maximilian Dorner erscheint am 2. Dezember 2011.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bloghaus-ms.de/2011/11/anekdote/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Umzieherei</title>
		<link>http://www.bloghaus-ms.de/2011/11/umzieherei/</link>
		<comments>http://www.bloghaus-ms.de/2011/11/umzieherei/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 17:11:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Dorner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dorners Kolumne]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bloghaus-ms.de/?p=2490</guid>
		<description><![CDATA[Nun bin ich in meinem Leben also zum achtzehnten, nach anderer Zählung zum zweiundzwanzigsten Mal umgezogen. Und das innerhalb eines Zeitraums von zwanzig Jahren. Durchschnittlich habe ich es also nicht einmal ein Jahr in einer Wohnung ausgehalten. Merkwürdig. Was insofern noch beängstigender ist, als ich in manchen sogar länger gewohnt habe &#8230; Jedes Mal gab [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun bin ich in meinem Leben also zum achtzehnten, nach anderer Zählung zum zweiundzwanzigsten Mal umgezogen. Und das innerhalb eines Zeitraums von zwanzig Jahren. Durchschnittlich habe ich es also nicht einmal ein Jahr in einer Wohnung ausgehalten. Merkwürdig. Was insofern noch beängstigender ist, als ich in manchen sogar länger gewohnt habe &#8230; Jedes Mal gab es gute Gründe, mal ein Berufs-, mal ein Beziehungswechsel. Aber nun ist das schon der dritte Umzug, den ich komplett unfreiwillig unternehme, eher &#8211; wie man so sagt &#8211; notgedrungen. Beim ersten Mal war es noch wegen zweier Stockwerke.  Von da ging es ins Hochparterre, acht Stufen hoch. Als diese zu beschwerlich wurden, zog ich in richtiges Parterre, aber immer noch um zwei Stufen erhöht. (Das hat man davon, wenn man nur in Altbauten leben möchte.) Da habe ich es nun immerhin drei Jahre ausgehalten. Anfänglich hätte ich nie daran gedacht, dass auch diese Stufen mal ein Problem darstellen könnten, doch das letzte dreiviertel Jahr war geprägt von genau dieser Einschränkung. Jeden Gang nach draußen habe ich mir genau überlegt. Schaffe ich das heute, oder nicht? Ist wohl jemand da, der mir mit dem Rollstuhl hilft? Oft genug blieb ich aus lauter Verzagtheit drinnen. Nun bin ich endlich auf Bodenhöhe, ohne eine einzige Erhebung, angekommen. Man könnte einerseits sagen: Tiefer geht es nicht oder aber: Nun bin ich im wahrsten Sinne geerdet. &#8211; Im Zweifelsfall würde ich mich für die zweite Variante entscheiden.</p>
<p>Seit ein paar Tagen genieße ich die neue alte Freiheit, die damit verbunden ist, dass ich, so oft ich möchte, am Tag das Haus verlassen kann. Rein raus, rein raus, wie ein Kind, das endlich alleine an die Klinke kommt. Wie so oft spüre ich jetzt erst, was mich die letzten Monat gekostet haben. Gestern konnte ich gar nicht fassen, als ich nicht nur zum Mittagessen und Kaffee nach draußen fuhr, sondern dann auch noch mal zum Einkaufen. Was für ein Glück!</p>
<p><a href="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/11/Bild04_11.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2491" src="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/11/Bild04_11.jpg" alt="" width="478" height="172" /></a></p>
<p>Die nächste Kolumne von Maximilian Dorner erscheint am 18. November.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bloghaus-ms.de/2011/11/umzieherei/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sprachlos</title>
		<link>http://www.bloghaus-ms.de/2011/10/sprachlos/</link>
		<comments>http://www.bloghaus-ms.de/2011/10/sprachlos/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 07:42:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Dorner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dorners Kolumne]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bloghaus-ms.de/?p=2462</guid>
		<description><![CDATA[Das Schlimmste am Schlimmen scheint zu sein, dass man dafür oft keine Worte findet und Gefahr läuft, ins Schweigen abzurutschen. Und da wieder rauszukommen, ist manchmal gar nicht so einfach. Dass das auch Schriftsteller ereilen kann, habe ich unlängst mal wieder auf einem Empfang für ebensolche feststellen dürfen. Da kam plötzlich ein mir völlig Fremder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Schlimmste am Schlimmen scheint zu sein, dass man dafür oft keine Worte findet und Gefahr läuft, ins Schweigen abzurutschen. Und da wieder rauszukommen, ist manchmal gar nicht so einfach. Dass das auch Schriftsteller ereilen kann, habe ich unlängst mal wieder auf einem Empfang für ebensolche feststellen dürfen. Da kam plötzlich ein mir völlig Fremder auf mich zu und sagte ohne Begrüßung: „Und du bist also behindert.“ – Ich nickte perplex, worauf er sich abwandte und wieder verschwand. Aber das Schweigen hielt mich den ganzen Abend im Griff, selbst beim Reden &#8230;</p>
<p>Bei manchen Partys hinterlasse ich eine Spur der Beschämung, überlegte ich unter dem Einfluss der Begegnung, aber vor allem des Verstummens. Menschen, die sich stundenlang überlegen, ob sie jetzt gerade wieder das Falsche gesagt haben, hocken dann da und erwarten von mir, dass gerade ich sie wieder aufbaue, ihnen etwas Tröstliches sage. Heute erfahre ich mal, was es heißt, sprachlos zu sein. Vielleicht ist das also ganz heilsam.</p>
<p>Von ganz anderem Schlag sind Taxifahrer. Sie sind selten um eine Antwort verlegen. Schließlich kutschieren sie so viele Invalide und Malade herum, dass viele von ihnen sich ein sehr pragmatisches, manchmal sogar hemdsärmeliges Verhältnis zum Leid erarbeitet haben. (Wahrscheinlich hören sie an einem Tag genauso viele Krankengeschichten wie ein Arzt.) Sie haben von allem schon etwas mitbekommen, solides Halbwissen mischt sich mit der Genervtheit über die nicht nur in München allgegenwärtigen Baustellen. Unlängst sagte so einer, beim Blick auf die Krücken: „Ich wünsch Ihnen, dass das bald weggeht.“ Worauf ich ihm erklärte, dass es sich um eine Nervenkrankheit handeln würde, die wahrscheinlich nicht so bald wegginge. Er überlegte ein wenig und sagte dann: „Verstehe, das Beste ist, weniger nachzudenken.“ – Vielleicht ist das wirklich die Lösung.</p>
<p><a href="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/10/Bild21_101.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2464" src="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/10/Bild21_101.jpg" alt="" width="490" height="215" /></a></p>
<p><em>Die nächste Kolumne von Maximilian Dorner erscheint am 4. November 2011.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bloghaus-ms.de/2011/10/sprachlos/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Danke, nochmals!</title>
		<link>http://www.bloghaus-ms.de/2011/10/danke-nochmals/</link>
		<comments>http://www.bloghaus-ms.de/2011/10/danke-nochmals/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 08:27:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Dorner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dorners Kolumne]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bloghaus-ms.de/?p=2437</guid>
		<description><![CDATA[Noch ein paar Wochen wohne ich in einem der charmantesten Viertel Münchens, im Westend, genauer noch auf der Schwanthalerhöhe. Gleich nach der Theresienwiese erstreckt es sich bis hinter den mittleren Ring. Richtung Norden wird es durch die Bahngleise begtrenzt. Von den Innenstadtvierteln ist es dasjenige mit dem höchsten Migrantenanteil. In Wellen sind sie gekommen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch ein paar Wochen wohne ich in einem der charmantesten Viertel Münchens, im Westend, genauer noch auf der Schwanthalerhöhe. Gleich nach der Theresienwiese erstreckt es sich bis hinter den mittleren Ring. Richtung Norden wird es durch die Bahngleise begtrenzt. Von den Innenstadtvierteln ist es dasjenige mit dem höchsten Migrantenanteil. In Wellen sind sie gekommen und teilweise wieder gegangen: die Perser, die Griechen, die Syrer und zuletzt die Türken. Seitdem das Westend allerdings vor ungefähr zehn Jahren zum neuen In-Viertel ausgerufen wurde, werden die freiwerdenden Häuser nach und nach saniert, die Mieten steigen und schicke neue Cafés eröffnen. Die Ausländer und geborenen Westendler können schauen, wo sie bleiben. München eben. Das ist ein bisschen traurig, denn gerade ich habe auf ganz besondere Weise von dem alten Westend profitiert.</p>
<p>Vor der Haustür zu meiner Wohnung befinden sich nämlich zwei Stufen. Diese sind auch der Grund, warum ich nach drei Jahren, mich heftig sträubend, das Viertel jetzt dennoch zwangsweise verlasse. Mit dem Rollstuhl sind sie nur sehr schwer zu überwinden. Raus geht es noch irgendwie: da klemme ich ihn in die Tür ein, lasse mich irgendwie rückwärts die Stufen heruntergleiten und dann den Rollstuhl herunter purzeln. Rauf allerdings ist es deutlich schwieriger, alleine nahezu unmöglich. Da muss ich immer warten, bis ein Passant vorbeikommt, um zu helfen. Außer wenn es regnet, funktioniert das eigentlich immer binnen weniger Minuten. Und am besten funktioniert es, wenn gerade einer unserer türkischen Mitbewohner des Wegs kommt. Gerade die coolen Türkenjungs, denen man sonst vielleicht aus dem Weg ginge, haben sich als überaus zuvorkommend und wohlerzogen erwiesen. Manchmal sind schon welche über die Straße gespurtet, und nicht selten hatte ich den Eindruck, sie hätten mich auch noch in die Wohnung getragen, wenns denn sein müsste. &#8211; Hilfsbereitschaft scheint ihnen mit der Muttermilch eingegeben worden zu sein. Und wenn nicht da, vielleicht in der Großfamilie anerzogen. Ich jedenfalls habe davon mächtig profitiert. Danke! Tesekkürler, ihr wart großartig!</p>
<p><a href="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/10/Bild07_101.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2439" src="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/10/Bild07_101.jpg" alt="" width="490" height="226" /></a></p>
<p>Die nächste Kolumne von Maximilian Dorner erscheint am 21. Oktober 2011.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bloghaus-ms.de/2011/10/danke-nochmals/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zürcher Schönheiten</title>
		<link>http://www.bloghaus-ms.de/2011/09/zurcher-schonheiten/</link>
		<comments>http://www.bloghaus-ms.de/2011/09/zurcher-schonheiten/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 08:03:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Dorner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dorners Kolumne]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bloghaus-ms.de/?p=2408</guid>
		<description><![CDATA[Letzte Woche war ich in Zürich. Eingeladen zu einer Podiumsdiskussion mit dem Thema „Behinderung in den Medien“. Klingt spröder, als es letztlich war. Denn angereist war auch die Miss Handicap der Schweiz, eine ganz bezaubernde Dame und die Organisatorin dieser Schönheiten-Wahl (neben meiner Person war dann noch ein Fernsehredakteur dabei) &#8230; Natürlich haben wir hin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche war ich in Zürich. Eingeladen zu einer Podiumsdiskussion mit dem Thema „Behinderung in den Medien“. Klingt spröder, als es letztlich war. Denn angereist war auch die Miss Handicap der Schweiz, eine ganz bezaubernde Dame und die Organisatorin dieser Schönheiten-Wahl (neben meiner Person war dann noch ein Fernsehredakteur dabei) &#8230; Natürlich haben wir hin und her diskutiert, ob das nicht Ranschmeisserei an den zelebrierten Körperkult, die Übertragung des oberflächlichen Denkens auf Behinderung bedeuten würde. Auch ich war erst einmal recht skeptisch. Aber letztlich fand ich das Strahlen in den Augen der Miss Handicap, als sie von der Wahl erzählt hatte, so überzeugend, dass ich meine eigenen Vorbehalte rückhaltlos aufgegeben habe und nun unbedingt auch die Miss-Handicap-World sehen möchte.</p>
<p>Schwierigkeiten hatte ich persönlich auch eher damit, dass mit der Wahl ein pädagogischer Auftrag verbunden ist: Ein Jahr lang touren die Kandidatinnen durch die Schweiz, um Behinderten-Aufklärungsarbeit zu leisten, in Schulen beispielsweise. Ich finde, das nimmt dem Ganzen wieder den Glanz. Dann bekommt das etwas Sozialpädagogisches, etwas von Gutmenschentum (nix gegen Gutmenschen, aber bei einer Miss-Wahl sind sie einfach am falschen Ort). Behinderung braucht Glamour, nicht noch mehr Aktion Sorgenkind – meiner Meinung nach.</p>
<p>Problematisch ist natürlich auch, dass Behinderung auch optisch nicht gleich Behinderung ist. Aber diese Schwierigkeit löst sich eigentlich auf, wenn man Schönheit etwa weiter fasst, als die Kriterien Oberweite, Hüfte, Taille, operiertes Gesicht reichen. Wenn man Ausstrahlung mit dazu nimmt, wenn die Persönlichkeit der Kandidatin in den Vordergrund rückt, dann bekommt gutes Aussehen eine neue Dimension.</p>
<p>Dass zu der Veranstaltung – also nicht zur Miss-Wahl, sondern zu der Podiums-Diskussion! – nur zehn Leute kamen, finde ich rückblickend nicht verwunderlich: das Thema ist eben nicht so sexy wie eine Miss-Handicap-Wahl &#8230;</p>
<p>Aber was meinen Sie? Brauchen wir so etwas auch in Deutschland?</p>
<p><a href="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/09/Bild23_09.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2409" src="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/09/Bild23_09.jpg" alt="" width="490" height="188" /></a></p>
<p>Die nächste Kolumne von Maximilian Dorner erscheint am 7. Oktober 2011.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bloghaus-ms.de/2011/09/zurcher-schonheiten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bayern aus Sitzhöhe</title>
		<link>http://www.bloghaus-ms.de/2011/09/bayern-aus-sitzhohe/</link>
		<comments>http://www.bloghaus-ms.de/2011/09/bayern-aus-sitzhohe/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 09 Sep 2011 08:16:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Dorner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dorners Kolumne]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bloghaus-ms.de/?p=2389</guid>
		<description><![CDATA[Gestern erschien mein fünftes Buch, eine Spurensuche durch Bayern. Eine Heimaterkundung auf meine Art. Ein Jahr lang habe ich mich in meinem Geburtsland herumgetrieben, auf der Suche nach dem weniger lauten, dem weiblicheren, dem verletzlichen Bayern. – Aber was hat das mit den Belangen dieser Kolumne zu tun? Wie immer viel, denn es war auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern erschien mein fünftes Buch, eine Spurensuche durch Bayern. Eine Heimaterkundung auf meine Art. Ein Jahr lang habe ich mich in meinem Geburtsland herumgetrieben, auf der Suche nach dem weniger lauten, dem weiblicheren, dem verletzlichen Bayern. – Aber was hat das mit den Belangen dieser Kolumne zu tun? Wie immer viel, denn es war auch mein erstes Jahr mit Rollstuhl. Und nicht nur das, es waren die bisher schwierigsten Monate für mich mit diesem Dämon MS (eben, bitte glauben Sie mir, fiel mir zum ersten Mal – zu meiner Verblüffung – auf, dass „MS“ von „SM“ ja nur die Reihenfolge der Buchstaben trennt &#8230;). Akzeptieren musste ich, nicht mehr schwimmen zu können und auch meine Vespa, die über die Jahre immer mehr mit mir verschmolzen war und mir Unabhängigkeit gesichert hat, steht nun abgetakelt vor meinem Fenster &#8230;</p>
<p>Nicht ganz ohne Hintersinn, wenn auch unbewusst, habe ich in Bayern also viele Wunderorte aufgesucht: war bei Marienprozessionen mit dabei und bei uralten Verehrungsstätten lokaler Heiliger. Dabei ist mir allerdings ein wenig unwohl geworden, neben tiefer Frömmigkeit habe ich auch viel Frömmlerei gesehen, Anziehung und Abschreckung wechselten einander ab.</p>
<p>Und dann, als ich schon fast aufgeben wollte, habe ich doch entdecken dürfen, dass Bayern immer noch voller Wunder ist (und Bayern kann man getrost durch jedes andere Land ersetzen): Ich habe einen Gefängnisjuristen getroffen, der das Zeug zu einem echten Heiligen hat, eine Gleichaltrige, die ins Kloster geht &#8230; überhaupt waren es die Menschen, die vielen Begegnungen, die mich gerettet haben. Sie alle hätte ich ohne diese Reise nicht getroffen.</p>
<p>Ist dies, so habe ich mich ganz zum Schluss gefragt, nicht das eigentliche Wunder, dass sich seit vo vielen Jahrhunderten Menschen mit Rollstuhl, mit Krücken, humpelnd und kriechen aufmachen zu Wallfahrten, voller Hoffnung, voller Glaube, dass diese zumindest möglich sind?</p>
<p><a href="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/09/Biild0909.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2390" src="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/09/Biild0909.jpg" alt="" width="490" height="181" /></a></p>
<p><em>Die nächste Kolumne von Maximilian Dorner erscheint am 23. September 2011. Das erwähnte Buch „Da machst was mit! Mein Jahr in Bayern“ ist im Piper Verlag erschienen. (ISBN 978-3-89029-756-9)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bloghaus-ms.de/2011/09/bayern-aus-sitzhohe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hiob, zu Ende gebracht</title>
		<link>http://www.bloghaus-ms.de/2011/08/hiob-zu-ende-gebracht/</link>
		<comments>http://www.bloghaus-ms.de/2011/08/hiob-zu-ende-gebracht/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Aug 2011 11:59:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Dorner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dorners Kolumne]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bloghaus-ms.de/?p=2349</guid>
		<description><![CDATA[Nun bin ich Ihnen noch das Ende der Hiob-Geschichte schuldig. Denn wenn eine Figur aus der Bibel eine Art Blaupause für alle Kranken und Behinderten abgeben kann, dann er. (Zumindest im Alten Testament, im Neuen kommen dann ja noch ein paar dazu &#8230;) Zur Erinnerung: Hiob, der wegen einer Wette zwischen Gott und dem Teufel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun bin ich Ihnen noch das Ende der Hiob-Geschichte schuldig. Denn wenn eine Figur aus der Bibel eine Art Blaupause für alle Kranken und Behinderten abgeben kann, dann er. (Zumindest im Alten Testament, im Neuen kommen dann ja noch ein paar dazu &#8230;) Zur Erinnerung: Hiob, der wegen einer Wette zwischen Gott und dem Teufel zu furchtbarem Leiden verdammt ist, jammert wie ein Rohrspatz. Vier Freunde eilen herbei, brechen bei seinem Anblick aber erst einmal in Tränen aus. Was dann beginnt, ist eines der merkwürdigsten Streitgespräche, denen ich je Zeuge geworden bin. Sie reden alle aneinander vorbei, die Freunde unterstellen Hiob, dass er ein Frevler wäre und der hadert, ohne ihnen zuzuhören, mit Gott.</p>
<p>Aber am Ende nimmt das eine furiose Wendung, denn plötzlich mischt sich Gott selbst ein, und wie! Relativ schnell kommt allerdings auch er vom Thema ab und ist auf einmal beim Krokodil. Das wäre ihm doch wunderbar gelungen, lobt er sich selbst. Seine Reden sind eine einzige Liebeserklärung: „Sein Niesen lässt Licht aufleuchten, seine Augen sind wie des Frührots Wimpern.“  Er bekommt sich überhaupt nicht mehr ein vor lauter Lob: „Auf Erden gibt es seinesgleichen nicht, dazu geschaffen, um sich nie zu fürchten.“ (Dies wohl als kleiner Seitenhieb auf Hiob &#8230;) Wenn man das so liest, versteht man, dass es auf Erden so viel Leid gibt. Gott hat einfach ein anderes Lieblingsgeschöpf, das Krokodil.</p>
<p>Dennoch lässt er am Schluss Hiob lachend davonkommen, schenkt ihm nicht nur Kinder sondern auch noch ein Lebensalter von 140. Rückblickend kann man also sagen: Das Leid hat sich für ihn gelohnt. Aber so ist es mit Schmerz wohl immer. Rückblickend macht er durchaus Sinn. Wie blöd nur, dass er in der Gegenwart seines Erlebens diesen absolut nicht hat. Irgendwie scheint Gott bei der Schöpfung an diesem Punkt zu sehr mit den Gedanken beim Krokodil beschäftigt gewesen zu sein.</p>
<p><a href="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/08/bild18_8.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2350" src="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/08/bild18_8.jpg" alt="" width="490" height="200" /></a></p>
<p>Die nächste Kolumne von Maximilian Dorner erscheint am 9. September 2011.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bloghaus-ms.de/2011/08/hiob-zu-ende-gebracht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mein Dämon, mal wieder</title>
		<link>http://www.bloghaus-ms.de/2011/08/mein-damon-mal-wieder/</link>
		<comments>http://www.bloghaus-ms.de/2011/08/mein-damon-mal-wieder/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Aug 2011 09:44:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Dorner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dorners Kolumne]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bloghaus-ms.de/?p=2322</guid>
		<description><![CDATA[Vor vier Jahren habe ich meinen Dämon beschrieben als militanten alten Mann im Tarnanzug. Ich kam darauf, als mir eine Krankheitsgenossin von einem solchen Herrn erzählte, mit dem sie eine lange Nacht im Schlafwagen zubringen musste. Er schlief nicht, sie deswegen auch nicht, stopfte immer wieder trockenes Brot in sich hinein und trank dazu Milch. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor vier Jahren habe ich meinen Dämon beschrieben als militanten alten Mann im Tarnanzug. Ich kam darauf, als mir eine Krankheitsgenossin von einem solchen Herrn erzählte, mit dem sie eine lange Nacht im Schlafwagen zubringen musste. Er schlief nicht, sie deswegen auch nicht, stopfte immer wieder trockenes Brot in sich hinein und trank dazu Milch. – Das passt, dachte ich mir. So stellte ich mir den meinen auch irgendwie vor: neurotisch (!), unwirsch und bedrohlich.</p>
<p>Einige Leser konnten mit dem Bild nichts anfangen: Für sie ist und war da kein Dämon, sondern einfach eine Krankheit, mit der man umgehen muss. Kein gruseliges Geschöpf, sondern: Symptome, Bilder, Werte, Therapiemöglichkeiten und so weiter. Recht haben sie, aber ist es nicht zumindest ein spannendes Gedankenexperiment, so eine Krankheit lebendig werden zu lassen? Wenn sie mir schon soviel diktiert im Leben, dann möchte ich ihr wenigstens ein Gesicht geben, das ich bestimme und mir ausmale!</p>
<p>Deswegen wage ich mich heute, wie alle paar Jahre wieder, an eine neue Bestandsaufnahme. Wie hat er sich wohl verändert, mein Dämon? Eines scheint mir ganz offensichtlich: Er braucht noch mehr Platz auf dem Sofa, hat sich überhaupt breiter gemacht. Seine Sachen liegen inzwischen überall herum, lassen sich nicht mehr unterm Bett verstauen, wenn Besuch kommt &#8230; Aber dennoch fällt er weniger auf, drängt sich nicht mehr so oft in den Mittelpunkt. Vielleicht einfach deswegen, weil wir beide uns ähnlicher geworden sind. Auch ich älter inzwischen, auch ich sonderlicher: Jemand, der nicht wüsste, mit wem ich da täglich Umgang habe, wäre bei nicht wenigen meiner Handlungen am Tag wahrscheinlich irritiert, würde mich wahrscheinlich für neurotisch, unwirsch und manchmal sogar bedrohlich halten (warum hält sich dieser Typ eigentlich immer in der Nähe von Toiletten auf, findet er es dort etwa besonders schön? Warum flucht er mit seinen Füßen, nur weil die vor Angst zittern?). – Nur eines, darauf bilde ich mir wirklich etwas ein, ist mir inzwischen gelungen: einen Tarnanzug trägt mein Dämon nicht mehr. Und wenigstens das verbuche ich als meinen kleinen Sieg.</p>
<p><a href="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/08/Bild08_05.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2323" src="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/08/Bild08_05.jpg" alt="" width="490" height="194" /></a></p>
<p>Die nächste Kolumne von Maximilian Dorner erscheint am 19. August 2011.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bloghaus-ms.de/2011/08/mein-damon-mal-wieder/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hiob</title>
		<link>http://www.bloghaus-ms.de/2011/07/hiob/</link>
		<comments>http://www.bloghaus-ms.de/2011/07/hiob/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 08:04:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Dorner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dorners Kolumne]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bloghaus-ms.de/?p=2288</guid>
		<description><![CDATA[Am 24. Juli letzten Jahres habe ich ein Projekt mit ungewissem Ausgang gestartet. Jeden Tag bis auf Sonntags, so nahm ich mir vor, würde ich einige Kapitel in der Bibel lesen und meine Beobachtungen bei Facebook veröffentlichen. Und entgegen meiner eigenen Befürchtungen – wie oft versanden solche Langzeitprojekte doch! – habe ich durchgehalten bis heute, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 24. Juli letzten Jahres habe ich ein Projekt mit ungewissem Ausgang gestartet. Jeden Tag bis auf Sonntags, so nahm ich mir vor, würde ich einige Kapitel in der Bibel lesen und meine Beobachtungen bei Facebook veröffentlichen. Und entgegen meiner eigenen Befürchtungen – wie oft versanden solche Langzeitprojekte doch! – habe ich durchgehalten bis heute, mit ein paar Tagen Abstinenz an Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Wenn ich so weitermache, werde ich in einem weiteren Jahr sogar durchkommen &#8230; Und pünktlich zum Jahrestag bin ich nun endlich auch bei einem Buch des Alten Testamentes angelangt, auf das ich besonders hingefiebert habe: Hiobs Geschichte. Von dem ich vorher auch nur wusste, dass er die Personifizierung allen Leidens ist. Weswegen er mich naturgemäß besonders interessiert hat.</p>
<p>Wie bei Goethes Faust gibt es eine Rahmengeschichte, aus der hervorgeht, dass der arme Hiob Teil einer Wette zwischen Gott und dem Satan ist. Letzterer darf Hiob so stark quälen, wie er will, um ihm vom Glauben abzubringen. Und der lässt nichts unversucht, bringt Hiobs Familie um, lässt ihn verarmen &#8230; Als all das Unglück nicht ausreicht, vergreift er sich an seinem Körper und lässt ihn beinahe schon unmenschlich leiden. Was geschieht nun mit Hiob? Nun, der fällt überhaupt nicht vom Glauben ab, aber er beginnt, sich zu beklagen, beit Gott vor allem: lautstark, ungerecht und in wunderbaren Worten. Ein paar Freunde kommen, um ihn zu beschwichtigen, ihnen ist der Tonfall zu laut, zu schrill. Das Ende vom Lied: Sie zerstreiten sich, Hiob wirft ihnen Unverständnis vor, die Freunde ihm Gotteslästerei. – Auch mir, eigentlich wirklich bereit, mich ganz auf die Seiten des Leidenden zu stellen, riss irgendwann der Geduldsfaden: selbst beim Jammern gibt es eine Grenze des Egoismus, ab der es einfach nur anstrengend wird. Oder bin ich selbst zu ungerecht, nur weil ich mir das Jammern aus Stolz verbiete?</p>
<p><a href="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/07/Bild22_7.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2289" src="http://www.bloghaus-ms.de/wp-content/uploads/2011/07/Bild22_7.jpg" alt="" width="490" height="186" /></a></p>
<p>Die erwähnte Facebook-Gruppe „Dorner liest Bibel“ steht jederfrau und jedermann offen. Die nächste Kolumne von Maximilian Dorner erscheint am 5. August 2011.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bloghaus-ms.de/2011/07/hiob/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

