Über die Liebe II
… Musste schmunzeln (Anm. von MD: über meinen Aufschrei: wie schwierig die Liebe doch werden kann) Kann mich fast allen Meinungen anschließen und doch ist es ein Zeichen von Angst die nur in EINEM selbst steckt. Lasst los und seht das Leben im Augenblick. – Ralf (in einem Kommentar zur letzten Meditation)
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Wahrscheinlich hat genau die Angst mich veranlasst, beim ersten Anlauf so abstrakt zu bleiben. Vielleicht sogar eine ungute Mischung aus Angst und Aberglaube – was auf dasselbe herausläuft. Kurz und gut, beim Schreiben der ersten Meditation zu dem Thema Liebe war ich selbst noch so verliebt, dass ich befürchtete, zu viel Persönliches würde die Liebe vielleicht verschrecken …
Und dabei war ich doch derjenige, der sich in seinem Eremitenleben so gut eingerichtet hatte. Jahrelang und immer selbstgewisser: Mit dem Thema habe ich endgültig abgeschlossen, das sagte ich mir und Freunden. Ich komme gut mit mir allein klar. Was ja auch stimmte. Und jetzt das.
Dabei waren die Behinderung und die mit der Krankheit verbundenen Einschränkungen eine willkommene Bestätigung. Ich würde nicht so weit gehen, dass ich mich dahinter versteckt hätte, aber es war doch ein guter Schutz. Vor allem konnte ich alle Fragen danach mit einem Achselzucken abtun, in dem unausgesprochen immer zu lesen war: Was will denn jemand von so einem wie mir? – Das bisschen Selbstmitleid war das einzige, was ich mir zugestand.
Plötzlich war das alles Schnee von gestern und vielleicht von übermorgen. Und was ist mit der Angst? Die vorher so gut kaschierte Angst, nun liegt sie bloß da. Der Angst vor Verlust, abgewiesen zu werden. Die Liebe ist ein großer Angstmacher. Natürlich ist es richtig, dass sie in einem ist. Es ist, und da schließt sich er Kreis zur Behinderung wieder, die große Angst vor Kontrollverlust. Nicht ich kann über meine Gefühle bestimmen, nicht ich kann über meine Beine bestimmen. Vielleicht läuft diesmal der Weg umgekehrt, und ich lerne aus meiner Behinderung etwas für die Liebe: Nicht immer gelingt es, aber meistens doch, nämlich sie einfach anzunehmen, die Behinderung wie die Liebe. Ich übe noch, aber was ist das Leben denn anderes als ständiges Üben?
Die nächste Meditation von Maximilian Dorner erscheint am 14. Juni. Wenn Sie einen Themenvorschlag oder eine Frage haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an: bloghaus@maxdorner.de



Anne Jablonowski
Donnerstag, 31. Mai 2012 um 14:40 | Kommentar melden.
…die schönsten und die schrecklichsten (peinlichsten) Momente und Einfälle haben mit Liebe zu tun…und mit “Liebesangst”… dennoch möchte ich keinen einzigen davon missen :)
Gefällt mir besser als Ihr “Über die Liebe I”
Viele Grüsse!
Anne
Max Dorner
Donnerstag, 31. Mai 2012 um 20:49 | Kommentar melden.
Danke! Manchmal muss man sich eben an ein Thema heranpirschen … und gerade an dieses …
Anne Jablonowski
Freitag, 1. Juni 2012 um 13:53 | Kommentar melden.
Oh ja!!! Weiterhin “waidmanns heil” – quasi :-)
Herzliche Grüsse
Max Dorner
Sonntag, 3. Juni 2012 um 14:16 | Kommentar melden.
Und, bei allen mit der Liebe verbundenen Schmerzen, das Schönste ist: dass sie diese Krankheit eindeutig auf die hinteren Plätze der Aufmerksamkeit verbannt hat …
Anne Jablonowski
Montag, 4. Juni 2012 um 12:49 | Kommentar melden.
das gönne ich aus tiefstem herzen – wundervoll!!!