Work and Travel (4)

Wie ging es denn nun weiter… Im Grunde mit den ganz normalen Reisevorbereitungen: Visum beantragen, nach Flügen suchen, überlegen was nehme ich mit etc. Ich hatte ja einen kleinen Vorteil, da ich schon mal dort war. Man weiß dann schon mal so ungefähr, was man eher braucht und was man nicht unbedingt von zu Hause aus mitnehmen muss. Wobei ich mich da eines besseren belehren lassen musste (man braucht auch warme Kleidung in Australien ;) und einen ganz dicken Schlafsack – natürlich nur je nachdem wo man wann ist. Aber es kann schon sein, dass solche Dinge sinnvoll sind einzupacken.

Für mich war es sehr spannend zu erleben, dass ich es erst richtig realisiert habe, dass ich nun für einige Zeit weg fliege, als ich mich von meinen Eltern und Großeltern am Bahnhof verabschiedet habe (ich bin mit dem Zug alleine zum Flughafen gefahren). Da wurde mir zum ersten Mal richtig bewusst: Okay, nun ist es soweit. Einen Moment war ich sehr wehmütig, doch das legte sich schnell und die freudige Erwartung wuchs. Ich war auf dem Weg.

Jedes Mal, wenn ich daran zurück denke und generell an den Auslandsaufenthalt dann fange ich an zu träumen und sehnsüchtig zu werden. Ich kann so etwas wirklich nur jedem empfehlen. Mir tat es richtig gut und ich denke sehr, sehr gerne an diese Zeit zurück. Zum Glück habe ich jemanden, mit dem ich meine Erinnerungen teilen kann, denn sonst wäre man doch manches mal ganz alleine so begeistert. Hatte ich das überhaupt schon erzählt?

Ich hatte mich entschieden nicht alleine zu reisen, eben wegen des Unsicherheitsfaktors MS; wobei man das bestimmt auch machen kann, wenn man entsprechende Vorkehrungen trifft. Unter diesen Vorkehrungen verstehe ich zum Beispiel die Route etwas genauer planen und anderen Leuten Bescheid geben wann man wo sein wird und sich regelmäßig bei denen zu melden, nicht dass am Ende irgendwo in der Pampa etwas passiert und man hilflos daliegt und niemand Bescheid weiß… Da ich mich aber für eine Reisepartnerin entschieden hatte war das Ganze etwas lockerer (zumindest haben wir das so gehandhabt, selbst wenn wir uns regelmäßig bei unseren Eltern gemeldet haben). Eine Reisepartnerin hat aber auch andere Vorteile: man kann sich Kosten teilen, später gemeinsam in den Erlebnissen schwelgen und man ist einfach nicht ohne eine Vertrauensperson. Mir hat meine Reisepartnerin so manches Mal auch Mut gemacht und es war sehr schön von ihr psychisch zum Beispiel auch beim Spritzen unterstützt zu werden, bzw. voll akzeptiert zu werden. Man lernt unheimlich viel voneinander. Welche Macken man hat und wie man mit anderen zusammenleben kann, bzw. man lernt auch Dinge anzusprechen, die einen stören, was ja bekanntlich auch nicht so einfach ist. Im Gegenzug lernt man auch Dinge/Kritik anzunehmen und sich ein Stück weit in den anderen hineinzuversetzen. Gleichzeitig wird die Freude doppelt so groß, wenn man einfach gemeinsam etwas erlebt und Erfolgserlebnisse hat oder etwas Aufregendes passiert.

Ich glaube ich schreibe heute etwas durcheinander… Vielleicht weil gerade so viel in meinem Kopf herumschwirrt. Eines kann ich aber mit Sicherheit sagen:
Dieser Auslandsaufenthalt von ca. zehneinhalb Monaten gehört mit zu den schönsten Momenten und Zeiten in meinem bisherigen Leben. Damit ihr ein klein wenig an meinen Erlebnissen auch bildlich teilhaben könnt, habe ich versucht eine Collage zu basteln. Und wo das her kommt, da gibt es noch viel mehr davon und von ähnlichem ;)
Viel Freude beim Ansehen und Genießen.

Bis bald
Monika

 

Bloghaus-MS Gastautorin Monika
Ich bin 1983 in Dortmund geboren. Nach mehreren Umwegen habe ich 2008 erfolgreich meine Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin abgeschlossen. Nach meiner Ausbildung arbeitete ich im OP.
2009 wurde ich mit der Verdachtsdiagnose MS konfrontiert, die sich 2010 durch ein weiteres MRT bestätigte.
Was ich zur Zeit mache? Ich lebe mein Leben und versuche meine Träume zu verwirklichen, denn das ist möglich, wenn man die Träume konkret genug macht und dafür arbeitet. Die MS macht manches schwerer oder auch mal komplizierter, aber wenn man sich der Herausforderung stellt, dann lernt man sehr viel und fühlt sich hinterher großartig. Mit gestärktem Selbstwertgefühl kann es dann zu neuen Herausforderungen gehen.



2 Kommentare

  1. Daniela

    Dienstag, 6. Dezember 2011 um 13:57 | Kommentar melden.
     

    Jetzt würde mich nur interessieren wohin wohin es geht :) Ich bin neugierig geworden?

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  2. Monika

    Dienstag, 3. Januar 2012 um 18:48 | Kommentar melden.
     

    @Daniela:
    es geht nach Australien :)

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