Die letzte

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

dies ist jetzt meine 62. Kolumne in diesem Forum. Man glaubt es kaum, da denken andere langsam an Rente. – Und ehrlicherweise, das habe auch ich getan. Deshalb ist es nun auch erstmal meine letzte. Zweiundsechzig Mal, wahrscheinlich sogar noch ein bisschen öfter (wenn es beim ersten Anlauf so gar nicht gelang), habe ich mich hingesetzt, eine neue Datei begonnen und in Streiflichtern versucht einzufangen, wie sich das Leben mit dem Dämon MS so anfühlt. Und so ganz werden Sie mich nicht los. Es ist nur Zeit, etwas Neues zu beginnen, mit Ihnen, im neuen Jahr dann!

Da sich dieses nun dem Ende zuneigt, ist es aber erstmal an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Mehr als zwei Jahre ist also es her, dass ich hier zum ersten Mal etwas geschrieben habe. Kurz bevor es mich zum ersten Mal in die Spezialklinik verschlagen hat. Zwei Jahre volle Auf und Abs, das Gehen habe ich in den zwei Jahren verlernt und dafür das Rollstuhlfahren erlernt. Ein Buch fertig und eines ganz geschrieben … Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass eine erfahrene Krankheitsgenossin einmal zu mir sagte: „Heben Sie sich ruhig etwas für später auf, Sie müssen ja nicht alles auf einmal ausprobieren, Sie haben ja noch Ihr ganzes Leben lang Zeit.“ – Das ist es vielleicht, was meine Lektion in diesen Jahren war: Gelassenheit zu erwerben, langmütiger zu werden.

Aber am meisten gefreut haben mich die ganze Zeit über die Rückmeldungen von Lesern. Per Mail, aber auch mündlich. Es tut doch immer gut zu spüren, dass man eine Gemeinschaft bildet, und die zwischen Schriftsteller und Lesern ist doch fast die Schönste.

Ich danke Ihnen also an dieser Stelle für Ihre Geduld, Ihr Interesse und dafür, dass Sie bereit waren – vielleicht nicht immer – sich in dem Spiegel dieser Texte wiederzuerkennen. Eine schöne Weihnachtszeit Ihnen und einen guten Jahreswechsel, – und dann: auf ein Neues! Ihr

maximilian dorner

 



5 Kommentare

  1. leopanta

    Freitag, 2. Dezember 2011 um 11:44 | Kommentar melden.
     

    Die Artikel haben mir gefallen und mir öfter Anregungen zum Umgang mit meiner Erkrankung – nicht MS! – gegeben. Ich versteh`s aber und werde an anderer Stelle weiter lesen.
    Danke!

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  2. moni

    Freitag, 2. Dezember 2011 um 16:58 | Kommentar melden.
     

    wehmütig nehme ich zur kenntnis, dass dieses 14-tägige max-kolumne-lese-ritual nun ein ende hat.
    vielen dank für die oft so treffenden geschichten, geschickt verpackten gedankengänge und die nicht unterzukriegende ironie im detail.

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  3. Lisa

    Freitag, 2. Dezember 2011 um 21:57 | Kommentar melden.
     

    Ist das dein neuer Porsche? Was für ein Modell ist das denn?

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  4. DieLoewin

    Donnerstag, 15. Dezember 2011 um 12:18 | Kommentar melden.
     

    Ich vermisse es jetzt schon -
    und auch “Dorners Dämonen” (auf der seronoseite)
    und ich freu mich auf alles, was kommt.
    Vielen Dank für die mich so berührenden (und oft auch stärkenden) Beiträge.
    Alles, alles Gute und geruhsame Festtage-

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  5. Andrea Oswald

    Donnerstag, 5. Januar 2012 um 00:10 | Kommentar melden.
     

    Ich finde es sehr schade, dass es keine “Dorner Kolumnen” mehr gibt! Hab sie sehr gern gelesen! Hab die Diagnose erst seit Juni 2011.
    Wünsche Ihnen alles Gute!
    Andrea

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