Neurologische Unterstützung gesucht!
Hallo liebe Mit’Blogger,
am Anfang der Woche hat es mich echt erwischt. … Nun ist es also soweit. Aber der Reihe nach:
Als ich am Dienstag wie gewohnt nach einem Monat meine langjährige neurologische Fachärztin und zugleich Psychotherapeutin zur vereinbarten Sprechstunde besuchte, sprach sie mich ganz offen auf Ihren bevorstehenden beruflichen Wechsel und zugleich auf das Ende meiner neurologischen und psychologischen Betreuung zum Jahresende an. Sie riet mir zugleich, mich baldmöglichst um einen neuen Neurologen in der Nähe meines Heimatortes zu kümmern.
Zwar war die Anfahrt zu meiner Neurologin jeden Monat auf’s Neue mit einer Stunde nicht wirklich gering, aber das interessierte mich in diesem Zusammenhang recht wenig. Es ging hierbei vermehrt um Vertrauen und um meine Gesundheit. Zudem kannte meine neurologische Fachärztin mich seit meinem allerersten MS-Schub und konnte meine Gesundheitssituation sehr gut einschätzen. Außerdem verkörpert sie meinen seelischen Rückhalt und war seit langer Zeit zugleich meine Psychotherapeutin. Einfach traurig! Aber so ist das Leben – es hält immerwieder neue Herausforderungen für Einen parat.
Aber, … genug der Trauer! Nach vorne schauen heißt die Devise! *smile*
Immerhin kann ich auf diese Weise mir eine(n) neurologischen Betreuer aussuchen, der bei mir in der örtlichen Nähe – sprich in Braunschweig – seine Praxis hat. Allerdings, und das wird leider in der Realität immer öfter so gehandhabt, muss der Facharzt/ die Fachärztin von meiner Krankenkasse oder überhaupt von einer Kasse akzeptiert werden.
Die Ärzte sind heutzutage in der Situation, sich ihre Patienten mittels Bezahlung ihrer Leistungen auszuchen (so zumindest meine subjektive Erfahrung). :-(
In der jüngeren Vergangenheit gab es im Raum Braunschweig ein Generationswechsel in Sachen Inhaber neurologischer ambulanter niedergelassener Facharzt-Praxen. Dadurch besteht zumindest die theoretische Möglichkeit, dass die “Karten neu gemischt” werden und so der Weg zu vielen Fachärzten Einem unversperrt bleibt. … :-)
Nur in Sachen Vertrauen und gleichzeitiger psychologischer Betreuung muss es zwischen Patient und medizinischen Betreuer muss es in erster Linie passen. Sonst hat die bestmöglich gelegenste Praxis und dortige Versorgung keinen Sinn (auch eine eigene subjektive und leidvolle Erfahrung).
Naja, ich werde sehen, Wann und Wo ich bei Wem “unterkomme”. Ich halte Euch natürlich gern “auf dem Laufenden”.
Den nächsten und ersten Versuch habe ich Anfang August, der zusammenarbeitet mit einem integrierten ambulanten Versorgungsnetz der Vereinigung SIDA e.V. . Und damit beginnt auch gleich das erste Problem: die Leistungen der SIDA e.V. müssen durch die Krankenkasse finanziert werden. Meine aktuelle Krankenkasse, mit der ich allerdings bislang sehr zufrieden bin, ist dazu nicht bereit, da die Leistungen der integrierten ambulanten Versorgung relativ am Rahmen der Pflege angesiedelt ist und ich noch keine (ZUM GLÜCK!!) Pflegestufe zugewiesen bekommen habe …
Nun, mal schauen wie das Gespräch am 10. August verläuft …
[Keine Angst, Ulrike! Ich bleibe am Ball. Versprochen! *Augenzwinker*]
Bis bald und viel Grüße aus Braunschweig,
Stefan



Beate
Mittwoch, 21. Juli 2010 um 12:12 | Kommentar melden.
Stefan, das ist natürlich bitter, eine so fähige Vertrauensperson zu verlieren. Andererseits erwächst daraus evtl. für Dich aber auch eine Chance!
Zum einen hast Du eine kürzere Wegstrecke und zum anderen bekommst Du von Deinem neuen Neuro evtl. auch neue Impulse.
Solltest Du beim ersten Termin oder dann in der Folge ein ungutes Gefühl haben, wechsel den Arzt!
Es ist nervenaufreibend, den “richtigen” zu finden, aber ich glaube, man ist dort richtig und gut aufgehoben, wenn auch selbst diesen Eindruck hat.
Ich bin auch erst beim 3. Neuro “angekommen”, fühle mich dort wohl und gut aufgehoben. Wenn das Ärzte-Netzwerk nicht passt, hinterlässt das ein maues Gefühl in der Magengegend – SO soll Heilung / Behandlung nicht aussehen.
Ich wünsche Dir alles Gute und bin gespannt, wie es weitergeht :-)
LG,
Beate
- stay tuned! -
Stefan
Mittwoch, 21. Juli 2010 um 15:06 | Kommentar melden.
Hallo Beate,
vielen Dank für Deine aufmunternden Worte!
Genau dasselbe habe ich mir auch gedacht. Wer weiß, wofür es gut ist… (?!)
Nur einen passenden Psycho-Therapeuten zu finden ist leider nicht so einfach …
LGe Stefan
Sylke
Dienstag, 27. Juli 2010 um 21:45 | Kommentar melden.
Hallo Stefan,
ich hoffe, dass Du bei der Suche nach einem Neurologen bzw. Psychologen von Erfahrungen deines MS-Stammtisches profitieren kannst.
Seit einigen Jahren ist es “in” sich als Praxis oder Klinik zertifizieren zu lassen,z.B. nach Qualitätskriterien der DMSG. Vielleicht kann das ein Anhaltspunkt für dich sein. Wobei ich mir immer die Frage stelle, ob zertifizierte medizinische Einrichtungen dem Patienten wirklich eine höhere Qualität bieten, als die nicht-zertifizierten. Nun ja, ich kenne zumindest 2 Reha-Kliniken und eine MS-Ambulanz, die zertifiziert sind, deren Qualität in der Patientenbetreuung mich jedoch nicht überzeugt hat.
Ich bin von der Qualität meiner Neurologin seit 13 Jahren überzeugt; ihre Praxis ist nach keinen Richtlinien zertifiziert.
Viele Grüße,
Sylke