MRT-Erfahrungen

Hej,

ich würde nicht sagen, dass ich grundsätzlich klaustrophob bin, aber ein geschlossenes MRT-Gerät flößt mir schon Respekt ein. Es ist ja nicht so, dass man in diesen schummrig beleuchteten Apparat, der einen nicht gerade Wohlfühldurchmesser von ca. 70 cm besitzt, mal eben so hineingeschoben wird, um mal kurz “Hallo” zu sagen und sich im nächsten Moment auch verabschiedet.

Je nachdem, welche Bereiche des Körpers mittels Magnetresonanztomographie in diversen Schnittbildern sichtbar gemacht werden, ist ein 20-40 minütiger Aufenthalt in dieser “Röhre” zu überstehen. Und das ist zumindest für mich eine durchaus lange Zeit, in der ich mich gar nicht wohlfühle, da gerade bei einem Schädel-/HWS-MRT auch noch der Kopf richtig fixiert werden muß. Stunden vorher bin ich vor so einer Untersuchung angespannt, bin relativ schnell von Nichtigkeiten genervt und eine gewisse Übelkeit stellt sich ein. Natürlich sage ich mir immer wieder: Es wird und kann dir nichts passieren. Und versuche mich zu beruhigen. Es bleibt aber immer dieses angstvolle psychologische “… aber”.

Nun gut, trotz aller Vorbehalte und Ängstlichkeit war es mal wieder an der Zeit das Wagnis “MRT” einzugehen. Im Dezember 2009 war es dann nach einigen Jahren mal wieder so weit. Beim Vorgespräch mit der Assistentin, in dem mir die Untersuchung erklärt, eine kurze Anamnese bzgl. Nebenerkrankungen erhoben, mir die schriftliche Patienteninformation mit Bitte um Unterschrift gegeben und auch nach evtentuell bestehender Platzangst gefragt wurde, bat ich dann um ein Beruhigungsmittel. Sie machte mich darauf hin auf Neben- und Nachwirkungen des Mittels aufmerksam und fragte mich, ob ich mit einer Begleitperson zur Untersuchung gekommen sei, die mich nach der Untersuchung heimfahren könnte. Als ich diese Frage mit ja beantwortete, meinte sie, ob ich statt der Beruhigungspille nicht vielleicht lieber die Begleitperson bei der Untersuchung dabei haben möchte, die mir sozusagen “Händchen halten könnte”. Ich war baff. Natürlich fragte ich Michael. Er begleitete mich und gab mir während der kompletten MRT eine entspannende Fußmassage. Außerdem war im Innern des Tomographen ein kleiner Spiegel angebracht, sodass ich die Radiologiemitarbeiter im Vorraum sehen konnte. Der obligatorische Notfallknopf und der Kopfhörer, mit dem ich Entspannungsmusik auf die Ohren bekam fehlten nicht. Nach einigen Aufnahmen kam die Radiologin, fragte mich wie es mir gehe und sagte mir, dass sie gerne noch Aufnahmen mit Kontrastmittel machen möchte; sie klärte mich über die möglichen Nebenwirkungen auf. Ich hatte schon mal eine Kontrastmitteluntersuchung in einem offenen MRT und war diesbezüglich nicht ängstlich; also startete Teil 2 – und die Fußmassage wurde fortgesetzt. Zusätzlich habe ich versucht, mich durch ruhiges Atmen und die Achtsamkeit darauf zu beruhigen.

Nach 40 Minuten war alles vorbei – ich hatte es überstanden und es war nicht Schlimmes in der Röhre passiert. Die angefertigten MRT-Bilder habe ich als CD mit nach Hause bekommen und sie gaben kompromisslos Aufschluss über meine derzeitige Krankheitssituation.

Vor einer Woche musste ich nochmals zum HWS-MRT, dass (nur) 20 Minuten dauerte und das ich durch die gute Betreuung des Radiologieteams ohne Fußmassage und pharmazeutischer Beruhigungspille überstanden habe.

MRT-Patienten, die zu Platzangst neigen, kann ich folgendes raten: Informiert euch vorher bei eurem/eurer niedergelassenen Neurologen/-in oder vielleicht bei einer Selbsthilfegruppe, in welcher Radiologie ihr nicht als Fließbandpatient behandelt werdet, sondern als Patient, der halt einfach diese klaustrophobischen Gefühle hat. Ein Radiologieteam, dass auch häufig MRT-Untersuchungen bei Kindern betreut, hat auch das nötige Einfühlungsvermögen bei erwachsenen Patienten.

Viele Grüße,

Sylke



8 Kommentare

  1. Bulskie (Michael)

    Donnerstag, 27. Mai 2010 um 19:49 | Kommentar melden.
     

    Hallo,
    auch wenn ich Sylke normalerweise nicht mit dem Kopf in den Herd stecken muss, um ihre Füße zu massieren, war es für mich doch auch eine sehr interessante Erfahrung. Ich habe bislang gedacht, dass man bei der Untersuchung immer komplett in dieser Maschine steckt. Selber darin liegend, fühlte sich das halt immer so an, aber Sylke wat grade mal bis zu ihren Oberarmen im Rohr.
    Wenn ich also demnächst, auch mal wieder polarisiert werde, wird mir der Gedanke bestimmt helfen, dass von mir ja immer noch knapp 175cm aus dem Loch ragen. ;-)
    Danke dafür,
    Michael

    Antworten

  2. Stefan

    Sonntag, 13. Juni 2010 um 15:15 | Kommentar melden.
     

    Hallo Sylke,
    also “Heidenrespekt” habe ich mittlerweile nach ca. 8-9 MRT-Untersuchungen nicht mehr. Aber ich kann das sehr gut nachempfinden … Gerade wenn man nicht genau weiß, was da auf einen zukommt kann man wirklich “Muffensausen” bekommen.

    Aber es passiert Einem nicht wirklich etwas! … wenn man vorher alle metallischen Gegenstände vom Körper entfernt hat. ;-)

    Mittlerweile habe ich schon so einige radiologische Gemeinschaftspraxen von innen gesehen und mich der Einen oder Anderen radiologischen Untersuchung unterzogen. Irgendwie ist das immer dasselbe: hinlegen … Klingel wird in die Hand gegeben … man bekommt einen seltsamen Helm auf … und ab geht es in die Röhre …
    Der Spaß beginnt … nach einer Weile bekomme ich dann meist ein Kontrastmittel intravenös (entweder vor Beginn der Untersuchung oder mittendrin) verabreicht. …
    Und weiter geht es. …

    Irgendwann ist der Krach dann zu Ende.
    “Schade eigentlich!” denke ich oftmals. “Jetzt wäre ich beinahe schön eingeschlafen.”

    Alles halb so schlimm!

    Grüße,
    Stefan

    Antworten

    • Thomas

      Donnerstag, 17. Juni 2010 um 19:16 | Kommentar melden.
       

      Ha!
      > Irgendwann ist der Krach dann zu Ende.
      “Schade eigentlich!” denke ich oftmals. “Jetzt wäre ich beinahe schön eingeschlafen.”<

      ja, kenn ich auch. genau so.

      gruß Thomas

      ps: können die das sehen, auf den bildern?

      Antworten

  3. Püppi

    Samstag, 26. Juni 2010 um 20:38 | Kommentar melden.
     

    hallooo,

    ich war schon oft im mrt und habe trotzdem immer angst !!!!
    ich weiß mir kann nichts passieren, aber……so schnell wie ich auf´s klo muss……. sind die nicht da, um mich rauszuholen :(

    ein tipp von meiner therapeutin! auf das klopfen achten. da denkt man dann, man ist in der techno-disko :)

    Antworten

    • Thomas

      Montag, 28. Juni 2010 um 08:56 | Kommentar melden.
       

      Hi Püppi,

      techno-disko?
      ich wuste doch, irgend etwas macht mir angst unf bange

      mfg

      thomas

      Antworten

  4. Corinna

    Donnerstag, 2. September 2010 um 21:25 | Kommentar melden.
     

    hi zusammen…..
    ich hatte auch echt Schiss….davor
    und HEUTE war es soweit!!!!!

    Ich war in Leipzig Johannisplatz.

    Als ich endlich ..vor Aufregung die Tiefgarage gefunden hatte, war alles ein Selbstlauf.

    Anmeldung ging problemlos.
    Mir wurdeen zwei Blätter in die Hand gedrückt, zum Ausfüllen..wegen….
    1.Risiken
    und
    Aufklärung
    2. Erklärung
    über die Freigabe der eigenen Bilder zur Forschung und sooo…

    Als ich am ablegen meiner Ohrringe war ,hörte ich meinen Namen.
    Es ging in die Kabine.
    und dann ging alles schnell.
    Alle waren super lieb mit mir, und meinten, ich brauche keine Beruhigungsmittel. Ich bekam auch den Tipp, einfach daran zu denken..ich liege irgendwo am Strand.

    Bequem ist es wirklich! Mein Handtuch lag schon da, als ich reinkam.
    Ich sah die doofe “Röhre” und achtete einfach auf die nette Schwester, die merkte, was für eine Angst ich hatte.
    Ich machte es mir “bequem”.
    In einer Hand hatte ich den “Rettungsballon”..die Klingel, in der anderen Hand hatte ich den Infusionsschlauch…für das Kontrastmittel.

    Achso…..ich hatte vorher nachgefragt, ob meine Zahnbrücken Probleme machen??
    Nöööö..sagte der Arzt

    ….das weiß ich nun auch!!!
    Zahnmetall wird nicht heiß!!!!!
    Dann hatte ich noch die Frage wegen meinem Tatoo auf dem Schulterblatt.
    Der Arzt meinte, eigentlich passiert nicht viel, aber wenn es heiß wird, müssen wir abbrechen!
    Es ist nichts passiert!!!!!!!!!!!
    alles i.O.!!!!!!!!!

    Sooo..nun ging es los…

    Kopfhörer—–Metallgestell um den Kopf—-Augen schließen!!!–und hinein!!!!

    Als sich meine anfängliche Panik legte, hörte ich tatsächlich diese Technorythmen…auch ohne Therapeutin.!!!

    Irgendwann ist es so, als würde man mit dem Ohr auf der schleudernten Waschmaschine liegen!

    Aber, ich habe mir Gedanken über den Bau meiner neuen Vogelvoliere gemacht…….ich habe mich dazu gezwungen, aber es hat funktioniert!!!!!!!!!!!
    Ich habe aber die Augen nicht ausgemacht!!!!

    Als ich Stimmen hörte, wußte ich, ich habe es geschafft.

    Um ehrlich zu sein…der innere Schweinehund hatte mehr Angst..als es wert war!!!
    Es ist alles zu ertragen!!!

    LG an alle die es noch vor sich haben und die es hinter sich gebracht haben!!!

    Antworten

  5. Corinna

    Donnerstag, 2. September 2010 um 21:47 | Kommentar melden.
     

    sorry, ich meinte natürlich ..die Augen ZUGEMACHT!!!! und NICHT ausgemacht!

    ;-)

    Antworten

  6. Corinna

    Freitag, 3. September 2010 um 21:57 | Kommentar melden.
     

    baaaahhhh..habt ihr was gemerkt?

    Ich ..hmmmm…..ich stand gestern wohl unter Schock!!

    Natürlich habe ich die Augen die gesamte Zeit der Untersuchung ZUUUU gehabt!!!
    Sorry, wenn ich jemanden erschreckt hatte!!!

    Antworten


Kommentare

 
Web Analytics