Warum immer wieder Unverständnis und Grübelei?!

Liebe MitBlogger und Leser,

… Eigenmotivation und Aktivität - schön und gut!

Individualität und eigene Meinungsfreiheit : auch OK!

Aber was ist mit “Gemeinsam sind wir stark!”  ???

Warum müssen sich heutzutage immer öfter Mitmenschen auf Kosten anderer Personen profilieren?! Diese Erkenntnis habe ich in jüngster Vergangenheit immer häufiger auch  in Kreisen von MS-Betroffenen gemacht. Insbesondere in diesem Webblog (siehe Kommentare zu den Artikeln: Fast schon eine Fastenpredigt und Immer wieder Scham) ist mir dies aufgefallen.

Weshalb versuchen Personen (auch MS-Betroffene sind gemeint) in der heutigen Zeit immer wieder,  ihre Mitmenschen von der Richtigkeit ihrer (z.T. falschen) Aussagen zu überzeugen … ja, zu be’kehren ??? Warum ist es Ihnen so wichtig recht zu bekommen? … oder einen “symbolischen Schulterklopfer” vom Anderen zu erhalten? Liegt es z.B. bei uns MS-betroffenen Menschen an fehlender Empathie  … an fehlender Anerkennung in der Gesellschaft … oder einfach an der (durch eventuelle Berufsunfähigkeit verursachte)  zu großen Menge Freizeit, in der man sich einen entsprechenden “Blödsinn” ausdenken kann.  … ja sich selbst diese “schwachsinnigen” Ideen immer wieder einbleuen kann, bis man diese selbst als “wahr” empfindet ? Vorstellbar ist meiner Meinung nach auch, dass die heutige sehr oberflächig gehaltenen Abläufe in unserer Gesellschaft diese Verhaltensweise bei uns Allen forciert … ja, eventuell hervorruft. Gemäß den Mottos:

  • “Aus den Augen – aus dem Sinn!”
  • “Jeder ist sich selbst der Nächste!”
  • “Wir leben in einer Ellenbogen-Gesellschaft. Nur die eigene Leistung bzw. das Resultat zählt!”

Ich bin darüber ziemlich traurig (!) – wennauch ich gelernt habe damit zu leben.

Insofern habe ich beim Ins-Leben-Rufen unseres MS-Stammtisches vor nunmehr 3 Jahren  (Kontaktgruppe) gehofft, dass das gesundheitliche Schicksal die Teilnehmer in gewisser Weise “zusammenschweißt” und sich Freundschaften entwickeln, die nachhaltig sind und motivierend auf die Einzelnen sich auswirken. … Oftmals ist das uns auch gelungen … aber eben nicht ausschließlich.

Profilierungs-Gehabe, Argwohn, Konkurrenzkampf, Funktionalität und ’Skepsis gegenüber Fremden’ stehen bei manchen Betroffenen anscheinend höher im Kurs, als praktizierte Nächstenliebe (überspitzt gesagt) oder grundsätzliche Sympathie für Andere !!!

Ich erwähne an diese Stelle ganz bewusst nichts Konkretes, um niemanden zu beleidigen oder persönlich anzugreifen!

Denkt bitte nur mal darüber nach und entscheidet selbst, inwiefern ich Euch mit meinem Artikel anspreche.

So, nach diesen tiefschürfenden Überlegungen meinerseits widme ich mich lieber wieder den schönen Dingen des Lebens und versuche mich bei dem schönen Frühlingswetter von meiner aktuellen Kortison-Stoßtherapie zu erholen. :-)

Das Leben kann so schön und einfach sein! Man muss es nur zulassen!

Frühlingserwachen

Frühlingserwachen

Viele Grüße aus Braunschweig,

Stefan



4 Kommentare

  1. Pippi

    Sonntag, 18. April 2010 um 19:27 | Kommentar melden.
     

    oder einfach an der (durch die Berufslosigkeit aufgerufene) zu großen Menge Freizeit, in der man sich einen entsprechenden “Blödsinn” ausdenken kann

    quod erat demonstrandum

    Antworten

  2. Beate

    Sonntag, 18. April 2010 um 21:13 | Kommentar melden.
     

    Hey Stefan,

    ich finde es auch toll, dass nun wirklich endlich der Frühling da ist…

    Erhole Dich gut!! :-)

    Lieben Gruß,
    Beate

    Antworten

  3. kay

    Freitag, 23. April 2010 um 10:24 | Kommentar melden.
     

    hey stefan,

    willkommen im realen leben!

    und was ist nun mit “Gemeinsam sind wir stark”?

    Antworten

    • Stefan

      Freitag, 23. April 2010 um 17:48 | Kommentar melden.
       

      Hallo Kay,

      nun, ich denke, das man in einer “echten Gemeinschaft” immernoch mehr erreichen kann … als ein Einzelkämpfer in einer Ellenbogengesellschaft, in der sich jeder der Nächste ist.
      Es gibt immer einen der besser, schneller oder klüger ist als man selbst!

      Es ist einfach nur Schade, dass viele Mitmenschen sich überschätzen und überheblich verhalten, grundsätzlich den “Konkurrenzkampf” suchen oder meinen, sie stehen mit Jedem im Wettkampf … und selbst von sich erwarten immer zu gewinnen! :-(

      Wobei ich selbst der Ansicht bin, dass es in diesen Fällen keinen echten Gewinner gibt, sondern nur Verlierer.

      Das meine ich mit der Frage:
      Was ist mit dem Leitgedanken “Gemeinsam sind wir stark” ?

      Viele Grüße,
      Stefan

      Antworten


Kommentare

 
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