Sagen wir mal, ich werde 86…
… möglich wäre das doch.
Dann habe ich noch 43 Jahre vor mir. Also noch einmal eine komplette Runde. Die Zeit vergeht zwar im Alter immer schneller, aber trotzdem ist das noch ein gutes Stück Weg. Was mach ich denn mit den ganzen Jahren? Meine wilden Zeiten sind vorbei. Meine verzweifelten Jahre, haben bleibenden Schrecken gebracht. Meine glücklichen Jahre, sind zu einem mentalen Dauergrinsen geworden. Die Jahre des Aufbruchs waren kurz, schnell und dringend. Beim Bäume pflanzen, genau wie beim Kinder zeugen, hatte ich keinen grünen Daumen und werde ihn auch nicht mehr bekommen. Für das Alter vorsorgen? „Mein Auto, mein Haus, mein Pferd“, kann ich auch vergessen. Mit meiner kleinen Rente? Ich spiel ja nicht mal oft Lotto. Ne dicke Erbschaft wartet auch nicht. Eigentlich Gedanken, sich Sorgen zu machen.
Fast jeder in meinem Alter macht sich doch Sorgen!
Habe ich eine Midlife-Crisis?
Warum sollte ich denn eine Midlife Crisis bekommen? Ich hab doch meine MS! Ich musste doch schon als 20jähriger vorausdenken wie ein Alter. Mir wurde doch schon damals mein Stundenglas auf „schneller Vorlauf“ gestellt. Der körperliche Verfall begann doch schon im hohen Alter von 30.
Die Gedanken sind aber halt da. Was mache ich denn jetzt mit der ganzen Zeit? Ach, ich denke das größte Problem an diesem Grübeln, ist die „Planungsunsicherheit“ (man merkt, es sind Landtagswahlen in NRW ;-). Es ist für mich doch so gut wie unmöglich Fernziele zu erreichen. Also bleibt nur „Carpe diem“. Ich werde also versuchen die einzelnen Tage so zu nutzen, dass sich mindestens einer/eine in meiner Umgebung darüber freut, dass ich da bin. Dieses hehre Ziel kann ich dann auch im Stehen, Sitzen oder Liegen erreichen. Und zu teuer ist es normalerweise auch nicht.
Nur ein leichter Weg wird das sicher nicht!
Bis zum nächsten mal,
Michael



Stefan
Donnerstag, 29. April 2010 um 14:49 | Kommentar melden.
Hallo Michael,
auch wenn ich mit 36 Jahren Dir 7 Jahre “hinterher” hinke … so weiß ich genau wie Du fühlst und was Du meinst.
So geht es mir nicht viel anders:
Auch bei mir zeichnet sich spätestens seit dem letzten Schub im März ein entsprechender körperlicher Verfall (Muskelschwäche im linken Bein) ab.
An Sport, wie noch vor 8 Wochen ist derzeit jedenfalls nicht mehr zu denken.
Und man selbst sieht seinen eigenen Körper eher als Hürde/Behinderung gegenüber den eigenen Zielen denn als “Kalorien-Verbrennungs-Maschine” … ;-)
Auf jeden Fall habe ich auch schon gelernt kleinere Ziele anzuvisieren und begriffen dass es sich lohnt diese als persönlichen Erfolg zu verbuchen.
Wennauch ich nicht aufgeben werde und darauf hoffe sowie daran arbeite, dass sich mein Körper wieder eines “Besseren” besinnt.
Aber auch ich bin froh, mittlerweile eine liebevolle, vertrauens-
und verständnisvolle Partnerschaft gefunden zu haben.
Dabei spielt das Verständnis füreinander zwischen meiner Freundin und mir tagtäglich eine erhebliche Rolle in unserer Beziehung.
Also Michael,
Alles wird gut werden … auch noch in 43 Jahren!
Viele Grüße aus Braunschweig,
Stefan
Michael
Donnerstag, 29. April 2010 um 15:14 | Kommentar melden.
Hallo Stefan,
vielleicht steigt in den vielen Jahren ja auch mal Bayern München aus der ersten Bundesliga ab ;-)). Dann lohnt sich das Warten doch!
Es gibt immer einen Grund zum Lächeln.
Bis dann, Michael