Ich bin dankbar
Als ich mich 1985 entschieden habe Krankenpfleger zu werden, wurde mir bewusst, dass ich wohl ein Talent habe anderen Leuten zu helfen.
Natürlich war ich nie ein Heiliger. War auch zügellos, ungerecht, unbedacht, unfair, faul und was man alles so ist, in seinem Leben.
Ups! Ich muss aufpassen, dass das nicht klingt wie ein Abschiedsbrief! Eigentlich, will ich etwas ganz anderes sagen.
Sagen will ich, dass ich ein ganz normaler Mensch bin, der gern anderen Leuten hilft.
1989 war die Ungezwungenheit durch die Diagnose MS vorbei. Von nun an war ich peu à peu immer mehr auf die Hilfe anderer angewiesen.
Ich habe mal überschlagen, wie gut mir z.B. unser Sozialsystem hilft.
In den 20 Jahren habe ich etwa 1 kg Cortison, als Tablette, intrathekal und als Infusion, bekommen. Mir wurden mehr als 2500 Interferon-Spritzen bezahlt. Das sind über 200 Packungen à ca. 1500,- €. Dafür bekommt man schon ein kleines Häuschen. Kuren, Hilfsmittel, Diagnostik, Krankengymnastik, Krankenhausaufenthalte, ärztlichen Rat, Rente, Sicherheit, usw., usw..
Mein soziales Umfeld: Meine Freundin, Freunde, Bekannte und Familie; ist immer da und unglaublich wichtig.
Mein Talent habe ich aber immer noch. Wo es mir möglich ist, helfe ich. Mehr mit Rat als mit Tat, aber (na, gut) fast immer gerne. Mir wird ja auch fast immer gerne geholfen ;-)
Ich wünsche allen, ein so gutes Netz.
Danke!
Michael



Ulrike
Freitag, 19. Februar 2010 um 13:21 | Kommentar melden.
Lieber Michael,
beeindruckender und für mich sehr bewegender Eintrag. Grade, nachdem wir uns gesehen haben und ich Dich bildlich vor mir sehe.
Mehr kann ich grade gar nicht schreiben, liebe Grüße auch die Silke und ein schönes Wochenende.
Achtet auf Euch,
Ulli
Sarah
Freitag, 14. Mai 2010 um 19:26 | Kommentar melden.
ich bin aus der Pflege,und auf dem Besten Wege mich zu verlieben, in einen vor kurzem erst an MS erkrankten Jungen Mann. So eine grobe Vorstellung habe ich von dieser Krankheit und den Rest lese ich mir gerade an, mehr aus Erfahrungsberichten als aus wissenschaftlichen Studien,
Ich muss ehrlich sagen, mich hindert die Erkrankung daran, meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen.Was kommt auf mich zu?In wie weit werde ich involviert? Wie tolerant kan ich sein?
Ich hätte gern Antworten, auch von Angehörigen und deren Sichtweisen und Ängsten.
LG, SARAH
Sarah
Freitag, 14. Mai 2010 um 19:29 | Kommentar melden.
sorry,falsche e-mail adresse im ersten Blog hinterlassen, Bitte hier rüber Antworten.
Sarah