Die Qual der Wahl: Interferon 1b oder 1a ?

Liebe MitBLOGGER, liebe Freunde und Mit-Betroffene,

seit nunmehr einiger Zeit habe ich ms-spezifisch ein echtes Problem. Da ich mir seit etwa 6 Jahren kontinuierlich Interferon als Basis-Therapie spritze hat mir das meine Haut mittlerweile sehr übel genommen und es hat sich in der Zwischenzeit laut Aussage meiner MS-Schwester das Unterfettgewebe meiner Haut in den Regionen der Injektionen erheblich zurückgebildet. Vergleichbar mit Nekrosen. Sie riet mir daher heute dringend zu einer Abänderung meiner Basis-Therapie.

Mit dieser Abänderung der Therapie meinte sie nicht nur die Absetzung des bisherigen Präparates (Betaferon), sondern auch vor Allem die Änderung der Injektion von subkutan (= unter die Haut) hin zu einer IM-/intramuskulären (= in den tiefliegenderen Muskel) Injektion.

Dieser ernstzunehmende Ratschlag beschäftigt mich nun schon etwas intensiver.

Daher meine Frage an alle Mit-Betroffenen, die mittlerweile Erfahrungen mit dem Präparat Avonex gemacht haben:

Ist das Spritzen von Avonex mit schwerwiegenden Nebenwirkungen verbunden, wie z.B. starke Schmerzen der Muskeln an den Einstichstellen?

Kann mir da jemand einen kurzen Erfahrungsbericht liefern? Ehrlich gesagt ist mir doch ein wenig mulmig. :-S

Viele Grüße,

Euer Stefan



13 Kommentare

  1. Beate

    Donnerstag, 3. Dezember 2009 um 19:52 | Kommentar melden.
     

    Lieber Stefan,

    ich kann Dir da leider keinen wirklichen Rat geben. Bisher war ich auch auf Betaferon eingestellt , hab es sehr gut vertragen und hatte damit keinerlei Probleme, auch die Nebenwirkungen blieben aus – solange ich immer zu einer ähnlichen Uhrzeit gespritzt habe.
    Zu Avonex kann ich Dir leider nicht viel sagen – stelle mir das Spritzen in den Muskel aber wesentlich schmerzhafter vor – ohne, dass ich Dir jetzt natürlich Angst machen will!!! Vielleicht ist das auch ein Irrglaube und Du lieferst einen guten Beweis, dass alle Bedenken völlig unnütz sind?

    Egal wie Du Dich entscheiden wirst, ich wünsche Dir, dass es die für DICH richtige Entscheidung sein wird, die Dir im Nachgang auch gut tut und Dir eine gute Zeit verschafft.

    Liebe Grüße,
    Beate

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  2. Sylke

    Sonntag, 6. Dezember 2009 um 19:38 | Kommentar melden.
     

    Hallo Stefan,

    ich stand zwar noch nie vor so einer Entscheidung, aber bei der Vorstellung ich müsste mir ein Medikament intramuskulär verabreichen wird mir schon ganz anders.

    Viele Grüße,

    Sylke

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    • Stefan

      Sonntag, 3. Januar 2010 um 18:06 | Kommentar melden.
       

      Hallo Sylke,

      nicht Dir wird bei Vorstellung einer intramuskulären Injektion “ganz anders”… ;-)
      Ich darf es bald am eigenen Leib erfahren!
      LGe Stefan

      Antworten

  3. Alex

    Montag, 14. Dezember 2009 um 17:07 | Kommentar melden.
     

    Hallo Stefan,

    ich selbst bin nicht krank, lebe jetzt aber seit gut einem Jahr mit meinem Lebensgefährten zusammen, der ms-krank ist. Vor ungefähr sechs Monaten hat er angefangen Avonex zu spritzen. Heute sind wir soweit, dass es unseren Alltag kaum noch beeinflusst aber das war natürlich nicht immer so. Anfangs hat Tim sich bei seiner Neurologin spritzen lassen und ca. eine Stunde später haben grippeähnliche Symptome eingesetzt (Schüttelfrost, Fieber, Gliederschmerzen). Das Arbeiten war an den Folgetagen aufgrund der Gliederschmerzen nicht immer möglich. Kurze Zeit später haben wir eine Avonex-Spritz-Schulung gemacht um abends in aller Ruhe vor dem Schlafengehen zuhause spritzen zu können. Und das tut er heute. Er spritzt abends mit einer Injektionshilfe (völlig schmerzfrei), verschläft die Symptome und kann am nächsten Tag wieder arbeiten gehen. Und das allerwichtigste ist, es geht ihm besser als je zuvor. Und wenn man den Studien glauben schenken kann, sind die meisten Avonex-Patienten nach ca. sechs Monaten beschwerdefrei.

    Viele Grüße
    Alex

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  4. Andrea

    Donnerstag, 31. Dezember 2009 um 19:42 | Kommentar melden.
     

    Hallo Stefan !

    Ich spritze seit 11 Jahren Avonex.
    Ich empfehle Dir gegen die Nebenwirkungen ca. 1 1/2 Stunden vor der Spritze ! Kapsel Diclophenac ratiopharm 75 SL retard. Seitdem ich das entdeckt habe, habe ich keine Nebenwirkungen mehr, im Gegensatz zu vorher mit Paracetamol. Und das ging nicht nur mir so, sondern auch zwei weiteren aus meiner MS-Gruppe.

    Gruß, Andrea

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    • Stefan

      Sonntag, 3. Januar 2010 um 18:13 | Kommentar melden.
       

      Hallo Andrea,

      vielen Dank für Dein Kommentar und Deine Ermutigung!
      Ja, da ich mir selbst seit 6 Jahren Interferon (zuerst Rebif und dann Betaferon) spritze, weiß ich sehr wohl, was es für Nebenwirkungen nach der Injektion geben kann.
      Anstelle von Paracetamol (nierenschädigend), Diclophenac (magenschädigend in hoher Dosierung) greife ich allerdings lieber auf Iboprofen (600mg) zurück.

      Kleiner Tip von mir an alle Leser und Kommentatoren.

      Aber letzten Endes muss jeder für sich selbst herausfinden, was ihm in den “unschönen” Momenten am Besten hilft.

      LGe Stefan

      Antworten

  5. Manuela Ohlrogge

    Mittwoch, 6. Januar 2010 um 19:38 | Kommentar melden.
     

    Hallo Stefan,

    so, nun habe ich dich auch hier entdeckt!
    Bin mal gespannt auf alle weiteren Kommentare, die man hier so zu lesen bekommt.
    Hallo,… ist hier zufällig auch jemand, der sich täglich Copaxone spritzt, so wie ich das jetzt seit 5 Wochen mehr oder wenig erfolgreich vornehme???
    Liebe Grüße, Manuela

    Antworten

    • Stefan

      Freitag, 8. Januar 2010 um 10:58 | Kommentar melden.
       

      Hallo Manuela,

      schön Dich hier auf der “Kommentatorenliste” zu sehen! ;-)

      Hast Du schoneinmal im Internet auf
      http://aktiv-mit-ms.de/dialog.html
      geschaut.
      Das ist eine Patienten-Austausch-Plattform von dem Hersteller von Copaxone (TEVA sanofi aventis). Dort kannst Du Dich registrieren und dann in Kontakt mit MS-Betroffenen treten, die ebenso wie Du Copaxone spritzen.

      Viele herzliche Grüße nach Helmstedt und bis bald,
      Stefan

      Antworten

    • Andrea

      Donnerstag, 10. Juni 2010 um 19:50 | Kommentar melden.
       

      Hallo Manuela!

      Ich bin heut aus Zufall zum ersten Mal auf dieser Seite gelandet.

      Ich spritze seit über 2 1/2 Jahren Copaxone. Mein Arzt meint, ohne diesen Spritzen würde es mir heute nicht mehr so gut gehen. Alle Befunde sind unauffällig, nur im MRT vermehren sich die Herde.

      Liebe Grüße
      Andrea

      Antworten

  6. Andrea

    Donnerstag, 7. Januar 2010 um 22:19 | Kommentar melden.
     

    Hallo Stefan !

    Ich bin’s nochmal.
    Wie schon am 31.12.09 erwähnt, spritze ich seit 11 Jahren ununterbrochen Avonex, die Therapie ist bei mir sehr erfolgreich.
    Zu Deiner Frage: Es gibt überhaupt keine Schmerzen an den Einstichstellen. Ich spritze in beide Oberschenkelmuskel, in beide Hüftmuskel und in beide Oberarmmuskel, sodaß jeder Muskel ja nur alle 6 Wochen dran ist.
    Das einzige ist, daß nun nach 11-jähriger Beanspruchung diese Muskeln auf starken Druck etwas wehtun, das ist aber alles und auch nicht schlimm.
    Wie schon gesagt, die grippeähnlichen Nebenwirkungen drücke ich mit einer Diclophenac weg (als Retard-Kapsel, geht bei mir überhaupt nicht auf den Magen).
    So, nun wünsche ich Dir viel Glück dabei und vor allem Gesundheit …..

    Andrea

    Antworten

    • Stefan

      Freitag, 8. Januar 2010 um 10:47 | Kommentar melden.
       

      Hallo Andrea,

      vielen Dank für Deinen aufmunternden Erfahrungsbericht. Da fällt mir echt ein Stein vom Herzen! Ich hatte gedacht, dass sich, ähnlich der Unter-Hautschicht, dann auch die Muskelfasern nach und nach bei mir verabschieden.
      Meinen Sport (Jogging, Fitness-Training) würde ich nur ungern aufgeben. Nur wenn es die Schmerzen überhaupt nicht mehr zulassen. Davor habe ich am Meisten Angst.

      Darf ich fragen,Andrea, wie alt Du bist und seit wann Du MS hast? Ich selbst bin 35 Jahre alt und spritze seit 6 Jahren (zuerst Rebif und danach Betaferon). Meine Erstdiagnose erhielt ich 1999.

      Viele Grüße,
      Stefan

      Antworten

      • Andrea

        Sonntag, 17. Januar 2010 um 21:46 | Kommentar melden.
         

        Hallo Stefan !

        Um auf Deine Frage zu antworten: Ich bin 50 Jahre alt und habe seit Juni 1998 die Diagnose MS.
        Ich hatte zunächst in 1 1/2 Jahren 4 Schübe (Doppeltsehen, Sprechstörungen, Schreibstörungen, Gefühlsstörungen, Schwindel), dann fing ich an, Avonex zu spritzen. Seit ich dies tue, hatte ich nur 1 festgestellten Schub (Störung Facialnerv). Deshalb ist die Therapie als erfolgreich anzusehen.
        Leider habe ich letztes Jahr Rheuma dazubekommen, aber das habe ich dank Azathioprin im Griff.
        So, nun alles Gute, und Du brauchst Dir wegen der Einstichstellen gar keine Sorgen zu machen …

        Andrea

        Antworten

  7. Stefan

    Montag, 25. Januar 2010 um 14:31 | Kommentar melden.
     

    So nun ist/war es also so weit:

    Letzte Woche habe ich mir die erste Injektion von einer Krankenschwester in der Praxis meiner Neurologin setzen lassen.
    Die intramuskuläre Injektion war nicht sonderlich schlimm wennzugleich trotzdem unangenehm.

    Am meisten Respekt hatte ich vor den gravierenden Nebenwirkungen (grippeähnliche Symptome), so dass ich nach Absprache mit ebenfalls betroffenen Freunden ca. 900mg Ibuprofen vorab “einwarf”.

    Anscheinend war das der Grund, dass ich die darauffolgende Nacht relativ “unbeschadet” überstand. Möglicherweise lag es aber auch einfach an der Tatsache, dass ich mich bereits seit 6 Jahren selbst spritze und somit mein Körper diese Dosis Interferon bereits kannte …

    Wie dem auch sei, heute abend ist die nächste Injektion dran. Diesmal werde ich sie mir selbst im Dasein einer MS-Schwester zu Hause verabreichen.
    Mal sehen, ob das genauso klappt wie bei den vorigen subkutanen Injektionen. Ich bin gespannt und ehrlich gesagt bin ich sehr aufgeregt. :-O

    “Naja, es wird schon!” sage ich mir immer wieder selbst
    Wir werden sehen …

    Viele herzliche Grüße aus dem sibirisch-kalten Braunschweig – nördlich vom Harz -,
    Stefan

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