movito ergo sum
Ich bewege mich also bin ich
Die Ergotherapie im Quellenhof ist so unspektakulär. Das soll aber nicht heißen, sie wäre langweilig, sondern sie wirkt sehr leise. Danach bin ich nicht erledigt, mir tut nichts weh, ich brauch nicht mit Muskelkater zu rechnen sondern ganz im Gegenteil. Der Therapeut, Herr Becker, setzt sich ganz ruhig neben mich auf die Liege und führt meine Bewegungen. Teilweise mit Händen und Füßen. Er beschreibt mir Abhängigkeiten von z.B. Schulter und Rumpf oder wie ich angewöhnte Bewegungsmuster, die aus Kompensation eines Defizits entstanden sind, verändern oder abstellen kann. Es ist erstaunlich, wie ich schon während der Therapie merke, dass sich durch kleine Bewegungsänderungen, etwas zum Positiven gewandelt hat.
Das Zauberwort ist Bobath.
Aus Wikipedia: …das Bobath-Konzept strebt einen Lernprozess des Patienten mit ZNS-Schädigung an, um mit ihm die Kontrolle über die Muskelspannung (Muskeltonus) und Bewegungsfunktionen wieder zu erarbeiten. Die Arbeitsprinzipien des Bobath-Konzeptes sind Regulation des Muskeltonus und Anbahnung physiologischer Bewegungsabläufe. Alle Lernangebote an den Patienten werden nach diesen beiden Prinzipien gestaltet und auch vom Erfolg her beurteilt. …
Meine Sorge ist, dass der Alltag das Gelernte wieder auffrisst und ich in alte Strukturen zurückfalle. Zuhause bekomme ich ja auch zweimal in der Woche KG und ich vermute, dass da auch Bobath mitspielt. Ich werde also meinem Krankengymnasten besser zuhören und auch mal die Hausaufgaben machen („ja ja, erzähl Du man. Du hast schon in der Schule nie Hausaufgaben gemacht! :-{“).
Eine Reise beginnt immer mit dem ersten Schritt.


