Schwerer beruflicher Tiefschlag
Liebe Mit’BLOGGERinnen und Mit’BLOGGER,
heute morgen hatte ich ein äußerst unangenehmes Gespräch mit meinem Chef und meinen vorgesetzten Mitarbeitern auf der Arbeit.
Vorweg möchte ich sagen, dass ich schon in der Vergangenheit Problem im Miteinander zwischen mir und meinen Vorgesetzten bei anderen Arbeitgebern gehabt habe … und schon zweimal deshalb einen Arbeitsverhältnis-Auflösungsvertrag unterschreiben musste. (Natürlich, weil ich mich nicht angemessen auf der Arbeit verhalten habe und gegenüber meinen Vorgesetzten aufmüpfig geworden bin – so zumindest die Meinung meiner Ex-Arbeitskollegen).
Das aktuelle Arbeitsverhältnis entspricht einer sogenannten 1/4-Stelle, d.h. ich arbeite 10 Stunden in der Woche und erledige hierbei lediglich Hilfsarbeiten, wie z.B. Kopieraufträge und die Erstellung von Anschreiben für Briefe.
Heute morgen wurde ich dann von dem Geschäftsführer unserer Abteilung (Geschäftsstelle des Präsidiums) in sein Büro zum Rapport gerufen, in dem meine Vorgesetzten schon Platz genommen hatten und auf mich warteten. Dann prasselte es auf mich ein:
Meine Arbeitsleistung sei extrem schlecht. Was habe ich mir erlaubt einVorblatt der Kopie eines mehrseitigen Dokuments in einer anderen Blatt-Farbe als Vvorgesehen zu kopieren? Und das Anschreiben, welches ich gestern für meinen Vorgesetzten verfasst und in seiner Abwesenheit auf seinem Schreitisch hinterlassen habe, sei unserer Abteilung nicht würdig! (Und das als studierte Person, das sei wirklich eine Schande!)
Aber das Schärfste war, dass man mir unterstellte, dass ich die Daten meiner Kollegin, die sich gestern gerade aus dem Mutterschutz zurückgemeldet hat, ausspioniert haben soll, indem ich ihr E-Mail-Konto benutzt habe. Dabei wurde mir, insofern mein E-Mail-Konto noch nicht erstellt worden war, ehemals das so empfohlen. Wie dem auch sei, jedenfalls habe ich willentlich grob fahrlässig gegen den Datenschutz verstoßen.
Es war klar, dass dieser Tiefschlag an mir nicht abprallte und mir die Tränen ins Gesicht schossen. Ich fühlte mich ungerecht behandelt und konnte vor Enttäuschung über die Situation kaum ein vernünftigen zusammenhängenden Satz formulieren. Meine erfolglosen Versuche, mich impulsiv zu rechtfertigen wurden mit der Drohung, mich aus dem Raum zu werfen, demnach auch erstickt.
…
Ich weiß gar nicht wie mir geschah, als man mir dennoch eine 2.Chance anbot und mich dann mit Händedruck nach Hause in ein “Schönes Wochenende” schickte.
Eins ist klar, solche Tage oder gar “Mitarbeiter-Gespräche” brauche ich nicht, um mich “auf dem Boden angekommen” zu fühlen. Das macht die Krankheit ganz von selbst mit mir. Das hierdurch mein Selbstbewusstsein stark gelitten hat, brauche ich gar erwähnen. Ich zweifle auch sonst ziemlich oft an mir, dafür benötige solche “Kopf-Wäsche” nicht.
Möglicherweise sollte ich über das neuro-psychologische Gutachten während meiner Medizinisch-Beruflichen Rehabilitation mit dem Resultat: beschränkte kognitive Beeinträchtigung mit Auswirkungen im beruflichen Alltag nocheinmal genauer nachdenken…?
Aber wie heißt es doch: “Was uns nicht kaputt macht, macht uns härter!”
Viele Grüße,
Euer etwas zermürbter und müder
Stefan

My home is my castle



Beate
Mittwoch, 7. Oktober 2009 um 21:03 | Kommentar melden.
Oh Stefan, das klingt nicht wirklich gut.
Andererseits ist man als Arbeitnehmer ja kein Sklave!
Du musst für Dich die richtige Entscheidung treffen – tust Du Dir das noch länger an?
Oder gehst Du sogar zum “Angriff” über und lässt Dir von einem Coach, Psychotherapeuten oder jemandem helfen, der Dich in Sachen Selbstbewusstsein unterstützen kann?
Ich bin selbst seit einem halben Jahr in psychotherapeutischer Behandlung und habe damit für mich eine riesen Unterstützung erfahren.
Ich drück Dir die Daumen, dass auch für Dich bald vieles besser laufen wird!
Lieben Gruß,
Beate