Rollangst

Ein furchterregender Anblick?!
Oha, dieses Bild hätte mir noch vor ein paar Jahren den Angstschweiss auf die Stirn getrieben. „Nein MSler sitzen doch nicht alle im Rollstuhl…!“ So sieht das aber grade bei uns auf dem Stationsflur aus. Na und, so ist es halt! Jeder der sich mit MS beschäftigt hat weiß, dass im Laufe der Zeit die Wahrscheinlichkeit steigt mal auf so ein Hilfsmittel angewiesen zu sein. Hier im Rehazentrum Quellenhof gibt es sogar eine eigene Abteilung, die sich nur mit Rollstuhlfragen beschäftigt. Sogar die beiden Mitarbeiter sitzen bei der Arbeit permanent im Rollstuhl (obwohl sie danach nach hause laufen), nur um mit den Patienten auf „Augenhöhe“ zu sein. Nein, ihre Patienten sitzen nicht alle im Rollstuhl, sie wollen auch nicht aus allen Rollstuhlfahrer machen. Aber die beiden haben sich sehr mit dem Thema beschäftigt und kennen sich mit den Ängsten und Problemen aus. Sie helfen bei der Entscheidungsfindung: Rollstuhl oder nicht, zu welchem Zweck, für drinnen oder draussen, für kurze oder weite Strecken, mit Hilfe oder ohne, Antragsstellung und technische Einstellungen am Rollstuhl. Zum Beispiel wurde auf der REHA-CARE Messe Düsseldorf herausgefunden, dass der Kraftaufwand des Patienten, dreitausend mal höher sein kann, wenn man einen falsch eingestellten Rollstuhl fährt.
Es hat mich zwar immer belastet, dass ich nicht mehr so gut laufen kann wie früher. Ich habe mich damit arrangiert, aber es tut doch weh, wenn ich Sylke bitten muss, mich bei einem Spaziergang zu „parken“, sie weiter laufen zu lassen und dann darauf zu warten, dass sie mich auf dem Rückweg wieder abholt.
Vor einigen Monaten habe ich mich also dazu durchgerungen mir einen Rolli verschreiben zu lassen. Ein Mitarbeiter des Sanitätshauses kam vorbei, maß mich aus. Dann kam ein Transportfahrer brachte den Rolli vorbei und ließ mich allein. Schon nach den ersten Fahrten merkte ich, das Ding bringt mir gar nichts, stellte es in die Ecke und arrangierte mich wieder.
Mir wurde nämlich kein Aktivrollstuhl sonder ein Schieberollstuhl geliefert (Anm. Hr. Schlegel / Quellenhof).
http://www.youtube.com/watch?v=W6vys3ualAg&feature=youtube_gdata
Im Quellenhof erst erfuhr ich, dass es vielen anderen auch so geht, weil sie falsch beraten wurden.
Ich werde mir also in dieser Reha weiter helfen lassen, ein Stück Lebensqualität zurück zu bekommen.
Wenn ein Weg zu weit ist ihn zu laufen, lässt man entweder andere laufen oder rollt ihn ;-)
Michael


Ulrike
Samstag, 17. Oktober 2009 um 10:29 | Kommentar melden.
Michael,
ein beeindruckender Artikel, der mich irgendwie berührt. Warum kann ich nicht genau sagen…
Ich wünsche Euch die beste Erholung und bitte achtet auf Euch.
Grüss mir die liebe Sylke….
Was gibt es eigentlich zu essen ?
Eine Berufsfrage ….
michael
Samstag, 17. Oktober 2009 um 11:03 | Kommentar melden.
was es zu essen gibt? käse der aussieht wie ein belegtes baguette und gebackener schafskäse der aussieht wie ein Fischfilet. oder so. ich gebe den rechner mal an sylke weiter. bis dann, m.
Hallo,
also das ist natürlich nicht so ganz korrekt ;-)
Käse der aussieht wie ein belegtes Baguette= Obatzda. Michael dachte dann auch noch, dass dieses vermeintliche Baguette sehr gut zu Matjessalat passen könnte und probierte das natürlich zusammen. Interssante Kombi!
Der Schafskäse war in einer Sesamkruste gebacken und sah wirklich wie ein Fischfilet aus. Schmeckte als Schafskäse zwar sehr gut, aber sogar für mich war dieses zusammen mit einem kleinen Salatbuquet doch keine ausreichende Mittagsmahlzeit. Ich sagte dann also in die Runde, dass ich jetzt mit der Vorspeise fertig sei und nun auf das Hauptmenü warten würde. Ungläubige Blicke trafen mich.
Ich werde einfach mal einen kompletten Artikel zum Thema “Essen in der Reha” schreiben.
Bis dann. Sylke
Beate
Samstag, 17. Oktober 2009 um 12:22 | Kommentar melden.
Wow, da bin ich ja sehr gepannt auf eure weiteren Berichte!! Ich hatte als Jugendliche mal eine Kur gemacht, war aber Diabetes-bezogen. Die hat mir damals auch sehr geholfen!
Michael, wenn es Dir damit besser geht, Dich nicht mit Laufen zu quälen, wenn Du Dich nicht danach fühlst – dann ist doch alles gut.
Hauptsache EUCH tut erstmal die Kur gut und ihr werdet mit neuen Erkenntnissen (und hoffentlich gut erholt) wieder nach Hause fahren.
Lieben Gruß,
Beate