reizend!
Wieder so ein nettes Thema.
Wie unser Kolumnist für sich schon erwähnte, bin auch ich in der Fremde so konditioniert, dass ich zuerst nach Sitzgelegenheiten und Toiletten Ausschau halte. Auch hier hat mir der Quellenhof (in dem ich gerade eine Reha mache) einen vielversprechenden Weg gezeigt. So komplex wie die Ansteuerung meiner Harnblase funktioniert, finde ich es nur naheliegend, dass es zu Kommunikationsproblemen zwischen ihr und meinem angeschossenem ZNS kommt. Das führt dazu, dass sich meine Blase nicht mehr genau an die Reihenfolge von Drang und kompletter Entleerung erinnern kann. Die Folgen sind jedem, der sich damit schon mal konfrontiert sah, nur zu gut bekannt.
Die urologische Betreuung hier im Quellenhof, hat mir zuerst einmal die Funktionsweise der Blase erklärt. Dann wie es zu der Restharnbildung (per Ultraschall deutlich zu sehen) kommt und welche Konsequenzen sie hat. So was wie Dranginkontinenz, häufiges weniges Wasser lassen, Blasenentzündungen etc.. Dann hat sie mich überrascht: Wenn ich ein bis zweimal am Tag, den Restharn per Katheter ablasse, kann es dazu führen, dass sich meine Blase wieder an die richtige Reihenfolge erinnert und ich keinen ungesunden Rest mehr darin behalte.
Ja toll!
Als Krankenpfleger war es für mich normal, Nadeln und Schläuche in Andere zu stecken. In Andere! Ich habe mich ja auch schon seit vielen Jahren daran gewöhnt mir regelmäßig in Bauch, Beine und Po zu stechen, aber einen fremden Schlauch in meinen eigenen Schniedel …?
Der mögliche Erfolg hat mir dann Mut gemacht. Ich ließ mich also von der Uro-Therapeutin Frau Pfaff anleiten, wie ich bei mir selber, unter sterilen Bedingungen, einen Katheter einführe, das Wasser ablasse und das Ding auch wieder rausziehe. Was soll ich sagen? Dafür hat man eindeutig zu wenige Hände! Mit der Therapeutin zusammen klappte das ganz gut, als ich dann das Ganze allein machte, ging gar nichts. Ich war so ungeschickt, dass mir öfter der sterile Katheter ins Klo fiel (d.h. alles auf Anfang mit neuem Werkzeug) und wenn es dann klappte, war ich zu schnell. Mit dem Ergebnis von Schmerz, Blut und Blasenreizung. “Hätte ich es mal bei dem Restharn gelassen und keine Schlösser in die Wolken gebaut!” Aber bockig kann ich auch sein. Also werde ich es im Laufe der Reha weiter versuchen (es klappt jetzt übrigens auch besser. Üben üben üben) und hoffen, dass sich der erwünschte Erfolg einstellt.
Wat mut, dat mut!



Ulrike
Freitag, 30. Oktober 2009 um 17:37 | Kommentar melden.
Hey Michael,
ich kann Dich echt gut verstehen…. Aber wie Du schon selbst festgestellt hast, übe weiter. Du wirst sehen, es lohnt sich und ich bin 100 %ig sicher, dass Du am Ende “unserer” Reha supergut damit zurecht kommst. Erinner Dich mal, wie unsicher wir sicher alle bei unserer ersten eigenen Injektion waren !
Du schaffst das und vielleicht hat Frau Pfaff ja noch einige Tipps für Dich.
Danke für Eure Rehaberichte, ich hab beim Lesen das Gefühl, wir wären dabei ;-))