Autorenvorstellung Beate Platl

So, nachdem ich mich letztes mal bequemer weise einer anderen Vorstellung von mir bedient habe, mach ich das nun mal ordentlich! :-)

beate_

Geboren 1981 wurde bei mir im Alter von 4 Jahren schon Diabetes Typ 1 diagnostiziert – das war natürlich in erster Linie für meine Eltern nicht einfach, da damals nicht im Geringsten an z.b. ein “Netzwerk diabetischer Kinder” zu denken war. Im Gegenteil! Die Infos kamen rein von den Kliniken / dem Kinderarzt und waren entsprechend 24 Jahre zurückgedacht auf eine strenge Diät ausgerichtet. Das hat mir im Kinder- und Jugenlichen-Alter immer eine “Sonderstellung” eingebracht. Ich war die, die beim Kindergeburtstag immer “ihren eigenen Kuchen” dabei hatte.
Das hatte zur Folge, dass ich (gerade in der Pubertät) immer so sein wollte, “wie die anderen”. Hieß also, ich habe rebelliert und für mich beansprucht, mich schon selbst um meine Krankheit zu kümmern (im Sinn von, ich ignoriere es einfach, dann ist es nicht da!)

Meine Eltern waren natürlich besorgt und hatten ja auch allen Grund dazu! Mit 15 – 20 Jahren ist bei mir der Schlendrian in Sachen “ich mach das schon – nerv mich nicht” eingezogen… Dass ich bis heute keine Folgeschäden davongetragen habe und meine Augenärztin mir sogar mit Ausnahme meiner Kurzsichtigkeit sogar bestätigt “super Netzhaut, super Augenhintergrund, perfekt!” – da kann ich nur von Glück reden.

Geändert habe ich meine Einstellung zu meiner Gesundheit eigentlich erst dann, als ich meinen Ehemann kennenlernte. Er hat mir gezeigt, dass es in der Welt auch anders sein kann, als dauernd von Ängsten und Sorgen geführt zu werden.

Das war der Grund, der mir dann auch nach der Diagnose die Kraft gegeben hat, nicht an der MS zu verzweifeln! Dass die Diagnose natürlich 4 Tage nach der Hochzeit kam, war äußerst unglücklich – hat uns aber definitv noch mehr zusammengeschweißt!

Natürlich waren da Ängste und natürlich machte ich mir Sorgen.

Aber hey, heute (2 Jahre nach der Diagnose MS) kann ich sagen: Ich hab mein Leben und meine Gesundheit im Griff! Vor allem hab ich einen tollen Ehemann, jetzt wieder einen tollen Job und liebe Menschen um mich. Und wer es nicht versteht, dem kann ich versuchen, alles zu erklären, aber mehr kann ich nicht tun.

Ich erwarte mir von diesem Blog, anderen Menschen zu helfen und sie zu erreichen.
Zum Beispiel meine Nachbarin kam vor einigen Wochen zu mir und sagte, ihre Tochter ist verzweifelt, hat etliche Symptome, aber keine gesicherte Diagnose und sie selbst macht sich auch völlig verrückt, weil sie Angst hat und gar nicht weiß, wie sie damit umgehen soll.
Klar kann ich keine Wunder bewirken. Aber dennoch konnte ich ihr ein wenig von ihrer Sorge nehmen und sie beruhigen.

MS ist kein Todesurteil!! Dein Körper sagt Dir, dass Du besser mit ihm umgehen sollst.
Entgegen mancher (dummer) Meinungen “verdient” man sich seine Krankheit nicht für irgendetwas, das man angeblich mal falsch gemacht hat.

Nein, man wird sensibilisiert und sieht oft manche Dinge in der Welt dann ganz anders.
Die Wahrnehmung wird geschärft für das Wesentliche.

In diesem Sinne, passt alle gut auf Euch auf!!

Puh… das war eine lange Vorstellung – aber wer bis zum Schluss durchgehalten hat, dem sag ich von Herzen “Danke”! :-)

Liebe Grüße,
Beate
- Stay tuned! -



2 Kommentare

  1. Stefan

    Dienstag, 15. September 2009 um 14:38 | Kommentar melden.
     

    Hallo Beate,

    hübsches Selbstbildnis … muss ich schon sagen! ;-)

    Habe mir Deine Selbstvorstellung genau durchgelesen.
    Da hast Du ja schon einen langen “Weg” … hinter Dir!

    Aber wie heißt es doch so schön:
    “You’ll never walk alone! …”

    Viele Grüße,
    Stefan

    Antworten

  2. Beate

    Dienstag, 15. September 2009 um 20:06 | Kommentar melden.
     

    Danke Stefan, für´s “bis zum Ende durchhalten”! :-)

    Da gibt es ja diesen netten Spruch “Was uns nicht umbringt, macht uns nur härter…” oder in Anlehnung an das Buch von Dr. Eckart von Hirschhausen “man wächst an seinen Aufgaben”.
    Und JA, so ist es!

    Man gewinnt so eine gewisse Gelassenheit… kein LMAA-Gefühl, das wäre unverantwortlich!
    Sondern eher ein Gefühl, zu unterscheiden, wofür es sich lohnt, sich aufzuregen und den Körper bewusst Stress auszusetzen oder wo man dann wirklich einfach mal sagen kann “davon geht für mich jetzt die Welt nicht unter – also lächle ich und lass mich davon nicht tangieren!”

    Lieben Gruß,
    Beate

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